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Aus dem Wolfratshauser Amtsgericht:Hitler mit Hakenkreuz

Ein Mann bietet ein Bild mit dem verbotenen Symbol zum Verkauf an

Sein Ölgemälde von Adolf Hitler hält der 35-jährige Angeklagte offensichtlich für gelungen. "Meiner Ansicht nach wäre es eine Schande, wenn das Bild in der Asservatenkammer verstauben würde", sagt der Zeitarbeiter aus dem Landkreis am Montag vor dem Amtsgericht Wolfratshausen. Im Februar 2018 hatte er das Porträtbild des Nazi-Diktators mit Hakenkreuzbinde am Arm in ein Online-Verkaufsportal für 1800 Euro gestellt - und wurde angezeigt. Weil das Nazi-Symbol zu sehen war, hat sich der Mitdreißiger wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen strafbar gemacht. Dafür wurde der Mann jetzt zu einer Geldstrafe von 3600 Euro verurteilt.

Für sein Verhalten entschuldigt sich der Angeklagte. "Es war halt eine törichte Entscheidung", sagt er. Im Porträt-Zeichnen habe er üben wollen. Daher habe er das im Internet frei zugängliche Hitler-Bild nachgemalt. Auf das Online-Verkaufsportal habe er es gestellt, um Feedback zu bekommen. Die Hakenkreuz-Binde sei ihm geschichtlich plausibel erschienen. "Ich dachte halt nicht, dass es so übelst schlimm ist, dass man bei mir die Wohnung durchsucht", sagte er.

Polizisten hatten nach der Anzeige beim Präsidium Oberbayern Süd die Identität des Angeklagten herausgefunden. Als der Mann nicht zuhause war, drangen Kriminalbeamte in dessen Wohnung ein. Dort fanden sie das im Schlafzimmer an die Wand gelehnte Ölgemälde. Auf einer Notiz an der Wohnungstür baten sie den Mann, sich im zuständigen Polizeirevier zu melden. Wie einer der Kriminalpolizisten schilderte, wäre das Bild ohne das sichtbare Hakenkreuz wohl strafrechtlich unproblematisch gewesen. Wer etwa mit Gegenständen aus der Nazi-Zeit handele, decke solche Symbole ab.