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Aus dem Penzberger Stadtrat:Chill-out-Grundstück im Visier

Kinderhaus Penzberg

Der Pausenhof der Grundschule an der Birkenstraße könnte als Standort für den Kinderkrippen-Neubau vom Tisch sein.

(Foto: Manfred Neubauer)

Der neue Kinderkrippen-Standort wird geprüft

Der Penzberger Stadtrat hat den Weg frei gemacht für einen alternativen Kinderhaus-Standort. Einstimmig sprach sich das Gremium am Dienstag dafür aus, das Grundstück an der Seeshaupter Straße 20 von der Verwaltung prüfen und die Änderung des geltenden Bebauungsplans "Sondergebiet Freizeit- und Sportanlagen Birkenstraße" anzuordnen. Sollte die Prüfung zu einem positiven Ergebnis führen, könnte die Kinderbetreuungseinrichtung der Kinderhilfe Oberland auf dem Areal des Jugendtreffs "Chill out" realisiert werden. Einig war sich der Stadtrat, dass für die Jugendlichen eine dauerhafte, adäquate Ersatzbleibe gefunden werden müsse - voraussichtlich in der alten Molkerei.

Julia Brettner vom Elternbeirat der Grundschule an der Birkenstraße atmete nach der Sitzung auf. Sie sei zufrieden mit dem Votum, dennoch werde man weiterhin den Prozess genau verfolgen, sagte sie. Die Elternvertreter hatten in den vergangenen Wochen hart darum gekämpft, dass ein Umdenken im Stadtrat stattfindet. Denn der ursprüngliche Beschluss lautete, die neue Kinderkrippe, die auch eine Kindergartengruppe umfassen soll, auf dem Pausenhof der Grundschule an der Birkenstraße zu bauen. Mit diesem Projekt sahen die Eltern die Entwicklungsmöglichkeiten für die Schule zunichte gemacht. Sie sind sicher, dass die Einrichtung in den kommenden Jahren erweitert werden muss, weil durch die Ausweisung neuer Baugebiete mehr Familien nach Penzberg kommen.

Dass für die SPD der Pausenhof nach wie vor der "ideale Standort" sei, machte Fraktionssprecher Adrian Leinweber deutlich. Dennoch könnte sich die SPD mit dem Chill-out-Grundstück anfreunden. Voraussetzung müsse sein, das Heizkraftwerk der Stadtwerke versetzen zu können.

Die Anlage könnte zum Knackpunkt werden. Stadtwerke-Chef Josef Vilgertshofer führte aus, dass dort 1,4 Millionen Euro verbaut worden seien. Es gebe langjährige Bindungen, weil staatliche Zuschüsse geflossen seien. Zwar seien die Fördermittel an die Anlage und nicht an den Standort gekoppelt, aber diese habe nun mal keine Räder. "Wir müssen wirtschaftlich rechnen", mahnte Vilgertshofer. Ein Versetzen schloss er faktisch aus. Umsetzbar sind indes die Dämmung und eine Einhausung, um den Lärm zu dämpfen.

Um keine Zeit zu verlieren, regte Hardi Lenk (SPD) an, eine schalltechnische Untersuchung zeitnah in Auftrag zu geben. Das müsse der erste Schritt sein, um sagen zu können, ob sich Kinderkrippe und Heizkraftwerk in nächster Nachbarschaft gegenseitig nicht doch ausschließen.

Auch war sich das Gremium einig, dass der mit der Krippen-Planung beauftragte Architekt Christian Holzer den L-förmigen Baukörper derart konzipieren und situieren solle, dass die Sichtachse zum neuen Familienbad nicht beeinträchtigt wird. Konkret geht es darum, ob das Kinderhaus komplett zweigeschossig ausgeführt wird.