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Aus dem Kulturausschuss:Grafisch uneins

Volker Witte über Logos: "Ich bin ja Experte."

(Foto: Hartmut Pöstges)

Geretsried ist auf der Suche nach dem Jubiläumslogo

Hier etwas weniger Grün, dort eine kürzere Linie - oder vielleicht doch gleich das andere Design? Der Kulturausschuss des Geretsrieder Stadtrats hat diese Woche über das Logo zum Stadtjubiläum diskutiert - und ist zu keinem endgültigen Ergebnis gekommen. Die Stadtverwaltung wird die Entwürfe des Seeshaupter Büros Dreigestalt-Design von Andreas Mittner noch einmal mit dem Kreativen selbst besprechen.

Geretsried hat im kommenden Jahr zwei Jubiläen zu feiern: 70 Jahre Gemeindegründung und 50 Jahre Stadterhebung. Am Programm für das Jahr arbeitet das Kulturamt mit seiner Leiterin Nadine Wickert schon emsig. Die Entwicklung einer eigenen Optik dafür wurde bewusst an den Schöpfer des Stadtlogos vergeben. Dieses trägt über dem Schriftzug "Geretsried . . . einfach anders" eine grüne und eine blaue Wellenlinie - Symbole für die Isar, an der sich die Stadt entlangzieht, und den Wald, der sie säumt.

Mittner hat eben diese Anmutung in den Entwürfen für das Jubiläumslogo aufgegriffen. In einer Variante, die auch in die engere Wahl kam, hat er die Zahl 2020 verwendet und zusätzlich eine gespiegelte Version davon hinter bunte Wellenlinien gesetzt, sodass da eine 50 und eine 70 zu stehen scheinen. Diese raffinierte Darstellung fand aber ebenso wie eine schlichtere nur die Zustimmung von fünf der anwesenden zehn Stadträte, sodass sich beide Entwürfe wegen eines Patts nicht durchsetzen konnten.

Ein wenig Unmut keimte unter den Mitgliedern des Kulturausschusses darüber auf, dass eine informelle Gruppe eine Vorauswahl fürs Logo getroffen hatte. Dieser gehörten, wie der Zweite Bürgermeister Hans Hopfner (SPD) als Sitzungsleiter erklärte, Bürgermeister Michael Müller (CSU), Geschäftsleiterin Ute Raach, Kulturreferent Hans Ketelhut (CSU), Stadtrat Volker Witte (Grüne) sowie "die Vorzimmerdamen" an. Witte rechtfertigte dieses Umgehen des zuständigen Kulturausschusses mit den Worten: "Viele Köche verderben den Brei." Im Übrigen wies er sehr entschieden darauf hin, dass er "Experte" für Logos sei, da er selbst schon viele entworfen habe.

Karin Schmidt (CSU) zeigte sich verstimmt: Sie habe schon öfter angemahnt, dass sie als Stadträtin mehr informiert werden und mehr mitreden wolle, sagte sie. Edith Peter (SPD) erinnerte daran, dass der Kulturausschuss ja gerade als zuständiges Gremium für das Stadtjubiläum benannt worden sei: "Und dann wird uns gesagt: Ihr könnt's es nicht!" Es wurden schließlich alle sechs Entwürfe gezeigt. Eine Entscheidung fällt erst in der nächsten Sitzung.