Aufgestiegen Aus zwei Ehrenämtern wird ein großes

Seit dem Jahr 2000 Kommandant bei der Eglinger Wehr, seit 2007 Kreisbrandmeister, und nun seit 7. Januar Kreisbrandinspektor: Erich Zengerle (Mitte).

(Foto: Manfred Neubauer)

Der frühere Eglinger Kommandant und Kreisbrandmeister Erich Zengerle ist neuer Inspektor für den Nordlandkreis und nun zuständig für 31 Feuerwehren. Der 50-Jährige will die gute Arbeit seines Vorgängers fortsetzen

Von Claudia Koestler, Egling

Der Eglinger Schreinermeister Erich Zengerle ist seit dem 7. Januar neuer Kreisbrandinspektor für den Nordlandkreis und damit Nachfolger von Christian Sydoriak. Zuvor hatte der 50-jährige Zengerle 18 Jahre lang den Posten als Kommandant der Eglinger Feuerwehr inne und war seit 2007 auch Kreisbrandmeister (KBM). Zengerle freut sich nun auf die neuen Aufgaben, denn das Ehrenamt des Kreisbrandinspektors biete zahlreiche Aufgaben und Herausforderungen, denen sich der engagierte Familienvater gerne stellen will.

"Seit etwa eineinhalb Jahren gab es bereits Gespräche zur Nachfolge von Christian Sydoriak. Er hat einen hervorragenden Job gemacht, den ich nun gerne weiterführen will", sagt Zengerle, der von jetzt an auch als Vertreter des neuen Kreisbrandrats Alfred Schmeide fungieren wird.

Laut Bayerischem Feuerwehrgesetz sind Kreisbrandinspektoren, kurz KBI genannt, "besondere Führungskräfte", die für einen Inspektionsbereich innerhalb eines Landkreises zuständig sind. "Wir haben die Bereiche bei uns im Landkreis in Nord und Süd unterteilt", erklärt Zengerle. Er ist von nun an für 31 Feuerwehren zwischen Königsdorf und Icking zuständig. Der südliche Bereich obliegt seinem Amtskollegen Wolfgang Stahl. Ein KBI ist dem Kreisbrandrat unterstellt und den Kreisbrandmeistern seines Bereiches vorgesetzt und zunächst einmal für sechs Jahre bestellt. "Als KBI muss man die Feuerwehren unterstützen und beraten, die landkreisweiten Ausbildungen organisieren und natürlich auch die großen Einsätze leiten", sagt Zengerle. Und deshalb habe das neue Jahr - und sein neues Amt - "ja gleich gut angefangen", lacht er. Denn kaum war Zengerle Kommandant, rief der Landkreis den Katastrophenfall aus. Im Landratsamt koordinierte er zusammen mit dem Kreisbrandrat und seinem Kollegen Stahl die Schneeeinsätze der Kameraden.

Dass dem selbständigen Schreinermeister und zweifachen Familienvater neben seinem Engagement für die Sicherheit anderer noch genug Zeit für Arbeit und Freizeit bleibt, davon ist er überzeugt. "Vorher war ich Kommandant und KBM, jetzt habe ich aus zwei Ehrenämtern eines gemacht", sagt er. Doch die Feuerwehren stehen vor der besonderen Herausforderung, genug Nachwuchs zu finden. "Ich selbst kam als Jugendlicher dazu, weil eines Tages der damalige Eglinger Kommandant vor der Türe stand, von einer neuen Jugendgruppe erzählte und eine ganz persönliche Einladung aussprach. "Über die ganz persönliche Werbung funktioniert es auch heute noch ganz gut", ist Zenglerle überzeugt. Und für gut aufgestellte Wehren in Zukunft gibt es im Kreisfeuerwehrverband bereits eine weitere Neuerung, nämlich einen dritten Kreisbrandinspektor: Den Münsinger Thomas Sellmeier, der sich künftig ganz um den Bereich der Ausbildung kümmern wird.

Die Personalentscheidung für Zengerle als KBI zog allerdings ein Personalkarussell in der Eglinger Feuerwehr mit sich. Dabei wurde Markus Fleischmann zum neuen Ersten Kommandanten und Daniel Obetzhauser zum Zweiten Kommandanten bestimmt. Neuer Kreisbrandmeister (KBM) ist Marc Vopelius. Auch dieser hatte bereits seine Bewährungsprobe und musste das Abräumen von Schnee auf dem Eglinger Schuldach mit den sieben Gemeindefeuerwehren leiten.

Bei seinem letzten Rückblick als Kommandant berichtete Zengerle, dass die Floriansjünger im vergangenen Jahr zu 211 Einsätzen gerufen wurden. Darunter waren vier Brände, ein Fehlalarm, 41 technische Hilfeleistungen und 165 First-Responder-Einsätze. Insgesamt wendeten die Feuerwehrler im vergangenen Jahr 6700 Stunden für Übungen und Einsätze auf. Für 25 Jahre aktive Dienstzeit wurden Markus Fleischmann und Johann Förg geehrt. Und Zengerle wurde für seine Verdienste zum Ehrenkommandanten ernannt.