Attraktive OrtsmittePuzzle mit vielen Teilen

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Bad Heilbrunns Mitte soll wieder attraktiver werden. Im ersten Schritt zur Ortsgestaltung erfasst ein Münchner Büro, welche Läden es dort gibt. Dann sollen Vorzüge und Potenziale der Gemeinde erkundet werden.

Von Klaus Schieder

Vernagelte Fenster will man in Bad Heilbrunn kündtig nicht mehr sehen. Das Zentrum soll wieder lebendiger werden.
Vernagelte Fenster will man in Bad Heilbrunn kündtig nicht mehr sehen. Das Zentrum soll wieder lebendiger werden. (Foto: Manfred Neubauer)

Die Geschäftsleute im Zentrum von Bad Heilbrunn haben dieser Tage ungewöhnlichen Besuch bekommen. Mitarbeiter des Büros Heinritz, Salm und Stegen erfassten das Sortiment in den Läden, ebenso die Verkaufsfläche. Dies ist der erste Schritt im Prozess zur Ortsgestaltung, mit dem die Kommune zusammen mit dem Bürgerforum und diversen Interessensgruppen die Vorzüge und Potenziale des kleinen Kurorts erkunden möchte. Das Münchner Büro für Stadt- und Sozialforschung, das diese Recherche im Auftrag der Gemeinde vornimmt, erfasst auch gewerbliche und produzierende Betriebe. "Wir kartieren die Gebäudenutzungen", sagt Volker Salm.

Diese Arbeit beschränkt sich auf das Kerngebiet von Bad Heilbrunn und lässt die vielen Ortsteile vorerst außer Acht. "Das ist auch eine finanzielle Frage", sagt der geschäftsleitende Beamte Andreas Mascher, der über die Kosten keine weiteren Auskünfte geben will. 18 000 Euro zahlt die Gemeinde dem Münchner Büro, wie Bürgermeister Thomas Gründl mitteilt. Der Aufwand, alle Ortsteile zu erfassen, steht für Salm in keinem Verhältnis zum Ergebnis, auch wenn dort noch der eine Gasthof oder die andere Bäckerei zu finden sei.

"Das schließt aber nicht aus, dass wir uns vielleicht noch einen größeren Ortsteil vornehmen und genauer untersuchen." Daneben nutzt das Münchner Büro auch allgemein zugängliche Quellen wie Internet und Branchenbuch, studiert überdies alte Gutachten der Gemeinde, die man "mit etwas Mühe herausgesucht" habe, wie Salm berichtet. Nach den Sommerferien will er "erste Zielvorstellungen" im Gemeinderat zur Debatte stellen.

Salm sieht die Ortsentwicklung in der Kommune als ein Puzzle mit vielen Teilen. Dem stimmt Bürgermeister Gründl zu. Neben dem Einzelhandel und dem Dienstleistungsgewerbe sollen nach seinen Angaben auch Tourismus, Demografie, Zuzug, Einwohnerstruktur oder das soziale Netz analysiert werden. Am Ende soll kein Gutachten auf dem Tisch liegen, das gleich darauf in der Schublade landet, weil die darin gebündelten Maßnahmen kaum umgesetzt werden. "Ein abschließendes Ergebnis wird es nie geben", sagt Gründl. Nach den ersten Resultaten im Herbst würden bestimmte Themen "noch mehr durchleuchtet". Dann müsse der Gemeinderat neue Aufträge formulieren. Dies sei ein fortwährender Prozess, erklärt der Bürgermeister. Für konkrete Maßnahmen rechnet die Gemeinde mit 60 Prozent Zuschuss aus der Städtebauförderung.

An der Ortsentwicklung sollen sich nicht bloß Fachleute, Verwaltung und Gemeinderäte beteiligen. Auch die Einwohner sollen ihre Vorstellungen einbringen. Man werde ihnen die Ergebnisse "in irgendeiner Form vorstellen, die Plattform weiß ich jetzt noch nicht", sagt Gründl. Jeder Bürger, der eine "pfiffige Idee" habe, könne sich selbst an das Büro Heinritz, Salm und Stegen wenden, das für Vorschläge offen sei. Darüber hinaus plant die Gemeinde einen eigenen Internetauftritt.

Im Herbst will das Münchner Büro in die zweite Phase starten. Dabei gehe es um "die Vertiefung bestimmter Bereiche" und auch schon um die Umsetzung der einen oder anderen Maßnahme, die man gefunden habe, sagt Salm. Eine Rolle spielten dann auch formelle Dinge wie die Bebauungspläne der Gemeinde. Gegen den Plan für die Ortsmitte von Bad Heilbrunn hat Max Hoefter, Eigentümer der Kurfürstin Adelheid GmbH, bereits Klage eingereicht.

Er besitzt im Zentrum neben mehreren Hektar Fläche auch das Kurhaus und die Wandelhalle, die seit langem mit Brettern vernagelt sind. Das Gericht habe eine Entscheidung über Hoefters Klage gerade bis zum Oktober vertagt, teilt Bürgermeister Gründl mit. Wenn der Bebauungsplan rechtssicher sei, "werden wir die nächsten Schritt einleiten".

© SZ vom 23.07.2013 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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