bedeckt München 18°
vgwortpixel

Arbeitsmarkt:108 Arbeitslose mehr als im März

Gewerkschaftsbund warnt vor den sozialen Folgen der Pandemie

Die neuen Arbeitsmarktzahlen zeigen empfindliche Folgen der aktuellen Einschränkungen durch die Corona-Pandemie. "Nie zuvor in der Arbeitsmarktgeschichte der Bundesrepublik gab es so viel Kurzarbeit", heißt es in einer Mitteilung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Neben dem enormen Anstieg der Kurzarbeit ist auch die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Rosenheim, zu der auch der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen zählt, um 43,7 Prozent im Vorjahresmonatsvergleich auf 9826 Personen gestiegen. Im Landkreis selbst stieg die Zahl von 2758 Erwerbslosen in März 2020 auf 2866 im April dieses Jahres. Gerade in Branchen mit überdurchschnittlich vielen Minijobs, niedrigen Löhnen sowie fehlender Tarifbindung verdichteten sich die Probleme, Arbeitslosigkeit und Hartz-IV-Bezug stiegen, so der DGB.

Die Gewerkschaften hätten sich bei der Bundesregierung massiv dafür eingesetzt, die soziale Folgen der Corona-Krise besser abzusichern, etwa durch einen verbesserten Zugang zu Kurzarbeit, neue Hinzuverdienstmöglichkeiten, der Aufstockung des Kurzarbeitergeldes, Verbesserungen beim Kinderzuschlag oder die Aussetzung der Vermögensanrechnung.

Weil aber trotz des Anstiegs der Kurzarbeit eben auch die Arbeitslosigkeit steige, müsse nun "alles dafür getan werden, um zu verhindern, dass sich die steigende Arbeitslosigkeit und Hilfebedürftigkeit verfestigt", erklärt dazu Günter Zellner, Regionsgeschäftsführer des DGB in Oberbayern. Dazu zähle sowohl die Vorbereitung einer Weiterbildungsoffensive als auch die Investition in neue Ausbildungsplätze. "Außerdem kämpfen wir auch für den Erhalt bestehender Ausbildungsplätze. Jeder braucht eine Chance, auch nach der Krise am Arbeitsmarkt in guter Arbeit wieder Fuß zu fassen", betont der Regionsgeschäftsführer. Das in der vergangenen Woche vom Bundestag beschlossene "Arbeit-von-morgen-Gesetz" müsse hierzu seinen Beitrag leisten", sagt Zellner.

© SZ vom 08.05.2020 / cjk

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite