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Arbeitskreis Radln:Bessere Wege für Radler

Fahrradfahrer Badstraße

Die Situation am Tölzer Amortplatz hat sich nach Ansicht des Arbeitskreises Radln verbessert. Bald soll es einen Fahrstreifen auf der Isarbrücke geben.

(Foto: Manfred Neubauer)

Für 2018 hat sich der Arbeitskreis Radln wieder einiges vorgenommen. Bereits in diesem Jahr sei in Bad Tölz viel erreicht worden, vor allem bei der Beschilderung, bilanziert Camilla Plöckl.

Camilla Plöckl vom "Tölzer Arbeitskreis Radln" ist zufrieden. "32 Radl-Problemstellen haben wir 2017 im Tölzer Stadtgebiet bemängelt - und bei allen stießen wir im Stadtrat auf offene Ohren", sagte sie kürzlich bei einer Zusammenkunft des Arbeitskreises. Die beste Aktion sei die Stadtberadelung Ende Juni gewesen, bei der Brennpunkte angesteuert wurden.

Viele Problemstellen seien bereits beseitigt worden. So sei die Beschilderung von der Kohlstatt Richtung Isarbrücke verbessert worden, die am Amortplatz sei weniger irreführend. Auch an der Mühlfeldkirche fänden sich Radfahrer nun besser zurecht. "So macht die Arbeit im Arbeitskreis richtig Spaß!"

Für 2018 hat sich der Arbeitskreis, zu dem auch ADFC-Verkehrsexperte Gerhard Krapp, Fahrradhändler Peter Riedelsheimer und der Tölzer CSU-Fraktionsvorsitzende Josef Steigenberger gehören, viel vorgenommen. Der Fahrradpavillon, der vor einem Fahrradgeschäft am Vichyplatz steht, soll versetzt werden. "Vor der Touristeninformation wäre der Pavillon besser aufgehoben, oder im Taubenloch", sagt Plöckl. Man überlege, ob sich der Unterstand nicht nach Uelzener Vorbild in eine E-Bike-Ladestation verwandeln ließe, die Fahrradfahrern neben Strom auch Werkzeuge und eine Luftpumpe bereitstellt.

Zusammen mit dem ADFC und der Polizei plant der Arbeitskreis einen Aktionstag in der Tölzer Marktstraße, überhaupt wolle man künftig häufiger in die Öffentlichkeit gehen. Um die Außenwirkung zu verbessern, wird es ein neues Logo geben. Auch eine Informationsbroschüre soll 2018 herausgebracht werden. Zudem ist eine weitere Codierungsaktion geplant. 2017 wurden 25 Fahrräder in Kooperation mit dem ADFC vor dem Radgeschäft Riedelsheimer codiert und damit das Wiederauffinden im Falle eines Diebstahls vereinfacht. "Das Codieren dauert pro Rad relativ lange, wir kamen kaum hinterher", sagt Peter Riedelsheimer, der großen Bedarf sieht. Gerhard Krapp regt an, Neubürgern die Stadt auf zwei Rädern näher zu bringen. "Um dem Prädikat "fahrradfreundlich" gerecht zu werden, muss auch etwas getan werden."

Das gelte auch für die Infrastruktur. "Ein Radstreifen auf der Isarbrücke ist längst überfällig, zudem muss die Beschilderung im Schulgraben optimiert werden", sagt Krapp. Nicht wenige Radler landeten hier auf dem Holzweg. Wer hingegen von der Tölzer Südschule mit dem Fahrrad Richtung Unteres Griesfeld will, muss einen großen Umweg in Kauf nehmen - oder das Rad schultern. Eine Lösung wie am Auer Mühlbach in München wäre dem AK zufolge wünschenswert. Dort wurde das Isarhochufer durch eine raffinierte Wegführung auch für Radler überwindbar gemacht. Eine weitere Anregung soll in den Stadtrat getragen werden - ein "Schleichweg" für Radler, der vom Landratsamt hinter der Wee-Arena entlang auf den Radweg an der Umgehungsstraße führt. "Für Radfahrer wäre das der schnellste und sicherste Weg zum Landratsamt", erklärt Plöckl.

In einem Punkt sind sich alle einig: Die Situation an der dauer-provisorischen Fußgängerbrücke über die Umgehungsstraße auf Höhe der Gaißacher Straße sei für Radler nach wie vor unbefriedigend. Doch so lange der künftige Verlauf der Umgehungsstraße nicht feststehe, habe es wenig Sinn, an diesem Punkt Kraft zu verschwenden.

Alle AK-Mitglieder sind dazu aufgerufen, Kartenmaterial in und um Tölz zu sammeln, auf dem Radwege verzeichnet sind. Das Material soll gesichtet werden, um aus der Fülle der Informationen eine Radkarte für Tölz zu erstellen.

"Der Arbeitskreis hat in Tölz einen herausragenden Stellenwert" resümiert Plöckl. "Unsere Arbeit wird wahrgenommen und wertgeschätzt".