Antrag zum LandesentwicklungsplanKonkurrenz aus Lenggries

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Stadt Bad Tölz fürchtet Nachteile durch neues Mittelzentrum

Lenggries hat den Antrag gestellt, im Landesentwicklungsplan (LEP) als Mittelzentrum ausgewiesen zu werden. Das ruft den Argwohn der Nachbarstadt Bad Tölz, selbst Mittelzentrum, hervor. Die Stadt fordert das bayerische Staatsministerium für Finanzen, Landesplanung und Heimat auf, mitzuteilen, ob der Lenggrieser Wunsch negative Auswirkungen auf die Kurstadt habe. Sollte bis zum 22. Dezember keine Stellungnahme des Ministeriums im Rathaus eingehen, lehnt Bad Tölz die Änderung des LEPs ab.

Nein, die Abstimmung des Bauausschusses des Tölzer Stadtrats soll nicht als Konkurrenzdenken gewertet werden. Das betonte Bauamtsleiter Christian Fürstberger mehrmals. Dennoch: Die Kurstadt macht sich Gedanken darüber, ob es für sie nicht ein Nachteil wäre, wenn im aktualisierten Landschaftsentwicklungsplan die Nachbar-Kommune Lenggries zum Mittelzentrum heraufgestuft würde. Mit dieser Festlegung könnten sich Nachteile im wirtschaftlichen Bereich ergeben, da Lenggries dann auch Einzelhandelsgroßprojekte ansiedeln dürfte. "Ein Abfluss von Wirtschaftskraft in die Gemeinde Lenggries kann nicht ausgeschlossen werden", so Fürstberger. Erstaunlich sei die Aufnahme, da es im Osten der Region 17 bereits mit Penzberg, Wolfratshausen/Geretsried, Holzkirchen, Miesbach/Hausham und den Gemeinden um den Tegernsee eine hohe Dichte an Mittelzentren gebe.

Was das Rathaus umtreibt: Die Ermittlung der Zahlen für den "einzelhandelsspezifischen Verflechtungsbereich" sei völlig intransparent, betonte Fürstberger. Dieser legt fest, wie viele Personen voraussichtlich in einem zentralen Ort einkaufen werden. Das sind im Falle von Bad Tölz 53 445 Personen laut Berechnung. Zugleich ist diese Zahl ausschlaggebend dafür, wie groß Verkaufsflächen für Einzelhandelsbetriebe (etwa 1500 Quadratmeter) sein dürfen. Sollte sich daran etwas für Tölz ändern, weil Lenggries zum Mittelzentrum wird, müsse die Stadt die Fortschreibung des LEPs ablehnen. Bürgermeister Josef Janker (CSU) sagte, das Ministerium müsse erklären, wie diese Berechnung entsteht.

In den Landesentwicklungsplänen wird festgelegt, welche Städte in Deutschland als Mittel- und Oberzentren entwickelt werden sollen. Neue Investitionen des Bundes und der Länder sollen bevorzugt in diesen Zentren fließen.

© SZ vom 05.12.2017 / veca - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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