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Am Bergkramerhof:Mit Brunch-Boxen die Krise überbrücken

Café Herzblut

Neubeginn auf dem Bergkramerhof: Tasmin Gutwald (links) und Daniela Johann.

(Foto: Privat)

Tasmin Gutwald und Daniela Johann haben kurz vor dem Lockdown ihr "Café Herzblut" eröffnet

Von Laura Kukulenz, Wolfratshausen

Es ist alles schön dekoriert - nur kann sich noch kein Gast hinsetzen: Mitten in der Pandemie haben Tasmin Gutwald und Daniela Johann das neue "Café Herzblut" auf dem Bergkramerhof in Wolfratshausen eröffnet - zwei Wochen vor dem Lockdown. Die beiden Frauen halten aber auch in der Krise an ihrem Traum fest. "Wir machen einfach was aus der Situation", sagt Gutwald. Konkret bieten sie jeden Sonntag Brunch-Boxen an, jede Woche neu und für verschiedene Ernährungsgewohnheiten: Vollkost, vegetarisch, aber auch vegan.

Kennengelernt haben sich die beiden vor einigen Jahren bei ihrem damaligen Arbeitgeber in Eurasburg. Die heute 27 Jahre alte Tasmin Gutwald arbeitete in der Küche, Daniela Johann,56, im Service. Sie seien dort ein gutes Team gewesen, sagt Gutwald. "Wir wollten beide schon immer ein Café aufmachen, und irgendwie hat sich das mit der Zeit ergeben." Die Eltern der 27-Jährigen haben einen Sandwichladen in München.

Dass die gemeinsame Idee zu einem konkreten Ziel geworden ist, sei noch nicht lange her. "Daniela war im Sommer oben am Bergkramerhof zum Yoga. Dort hat sie zufällig die alte Gutsküche gesehen und hatte sofort das Gefühl: 'Die hätte ich gerne.'" Diese sei aber noch besetzt, der Mietvertrag laufe erst Ende 2021 aus. Kurz entschlossen nahmen sie das Angebot an, die große Gaststätte am Rande des Golfplatzes zu übernehmen. Der Verpächter Josef Hingerl sei ihnen sehr entgegengekommen: "Er unterstützt uns wahnsinnig", sagt Tasmin Gutwald.

Und obwohl sie noch gar nicht so richtig eröffnen konnten, bleiben die beiden Frauen positiv eingestellt. Ihre alten Jobs haben sie gekündigt. Und nun hoffen sie auf zunehmenden Erfolg. Das Angebot der Brunch-Boxen komme jedenfalls bei den Leuten gut an. "Das gibt uns ein gutes Gefühl." Jeden Sonntag seien sie "ausgebucht".

Die Brunch-Boxen für zwei Personen werden unter dem Motto "Mit Liebe gemacht, kreiert und befüllt" als Überraschungspakete offeriert. "Unsere To-go-Boxen sind immer unterschiedlich", sagt Gutwald. "Man kann zwischen einer vegetarischen und einer Vollkost-Variante wählen. Es gibt aber auch die Option auf eine vegane Box." Und auch auf individuelle Unverträglichkeiten würden sie gegebenenfalls eingehen. "Klar kann man uns sagen, wenn man keine Nüsse verträgt oder sonst etwas nicht essen kann." Die Speisen sind immer selbst zubereitet; Feinkostsalate, Aufstriche, ein kleiner Kuchen oder Brot. Dazu gibt es immer noch etwas Süßes, einen Milchreis oder ein Bircher-Müsli. Auf der Website des Cafés kann man die Brunch-Boxen bestellen.

Auch wenn derzeit noch keine Speisen an Ort und Stelle serviert werden können, hat das Team sein Café schon mit Herzblut dekoriert. " Auch wenn man nur zum Abholen reinkommt, soll man ankommen und sich wohlfühlen."

Ihr Konzept für die Zukunft stehe schon fest: "Wir möchten vor allem auf Frühstück setzen, aber auch auf Café und Kuchen. Es wird zusätzlich auch Kleinigkeiten zum Essen geben." Jetzt seien sie "schon ganz heiß drauf, wenn dann endlich die Möglichkeit besteht, dass wir öffnen dürfen und wir unsere ersten Gäste in unserem eigenen Café Herzblut begrüßen und bewirten dürfen".

cafe-herzblut.jimdosite.com

© SZ vom 07.01.2021
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