Die Sanierungssatzung einer Kommune ist so eine Art Drehbuch, das Defizite in einem Ortsteil auflistet. Und davon gibt es in der Tölzer Altstadt schon eine ganze Reihe: Da sind zum Beispiel die engen Gehwege in der Nockhergasse, oftmals verrohrte Bäche wie den Ellbach von der Franzmühle bis zur Nockhergasse, das Umfeld der Kalvarienbergkirche und erst recht sanierungsbedürftige Gebäude. In der Altstadt bedürfen zwar nur wenige Häuser einer Renovierung, "aber es sind doch sehr prägende, die leer stehen oder minder genutzt werden", sagte Bauamtsleiter Christian Fürstberger am Donnerstagabend im städtischen Bau- und Stadtentwicklungsausschuss. Auch Grünflächen wie das westliche Isarufer in Tölz hätten "Aufwertungspotenzial", wobei man auf dieser Flussseite zum Zentralparkhaus hin allerdings das Problem mit dem Hochwasser habe.
Die Sanierungssatzung für die Altstadt, die auch eine Voraussetzung für Fördermittel etwa bei Sanierungen ist, wird gerade fortgeschrieben. Zuerst soll die Öffentlichkeit beteiligt, dann die Ergebnisse abgewägt werden. Ende dieses Jahres soll der Stadtrat über das modifizierte Werk abstimmen. Neu ist, dass das Geltungsgebiet ein wenig modelliert wurde: Im Norden und Süden wurde es etwas verkleinert, im Westen und nach Osten vergrößert, beispielsweise zum Bahnhof hin. Stadtrat Matthias Winter (CSU) wollte wissen, ob dann auch die Vorschläge von Albert Vosseler aufgegriffen werden. Der Diplom-Ingenieur für Baustatik aus Bad Tölz hatte im März in einem Schreiben an die Stadt unter anderem eine Fahrradroute durch den Rehgraben, einen Themenweg am Ellbach und die Restaurierung alter Gedenksteine angeregt. Das könne man sich dann anschauen, erwiderte Fürstberger, verwies aber auf die Hochwasserschutzmaßnahmen im Rehgraben.
Der Zweite Bürgermeister Michael Lindmair (FWG) bezeichnete die Fortschreibung der Altstadt-Satzung als wichtigen Schritt - "gerade auch für Private, die dadurch Förderungsmöglichkeiten bekommen".