Alter SchlachthofLeserbrief

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Umnutzung wäre leicht möglich

Zu "Widerstand gegen Abrisspläne" vom 12. November:

Die Stadt will das Schlachthofgelände in Penzberg neu nutzen. Übergangsweise soll dort ein Parkplatz her. Wieder ein historisches Gebäude mit Bezug zur Bergwerkszeit weniger! Was ist an dem Gebäude so schlecht? Sein Zustand sicher nicht, obwohl jahrzehntelang komplett vernachlässigt. Es gebe "Altlasten", nicht näher benannt. Angeblich aus der Zeit der Nutzung als Wäscherei. Dies ist wohl ein vorgeschobenes Argument des Stadtbaumeisters. Er widerspricht sich auch, wenn selbst er beim Stadtentwicklungskonzept von einem für die Stadtgeschichte wichtigen Gebäude spricht, mit dem sorgsam umgegangen werden müsse. Nun will er dieses "solitäre" Gebäude, dieses Schmuckstück, opfern.

Kiesparkplatz? Das kennen wir doch irgendwoher. Stattdessen könnte man an eine Umnutzung des bestehenden Gebäudes denken. Schon vor Jahren habe ich in der Bürgerversammlung im Gymnasium gefordert, dass in Penzberg eine Tagesbetreuung für Senioren installiert werden müsste, quasi ein Seniorengarten analog zum Kindergarten. Die damalige Rathauschefin hatte so etwas als wichtige Aufgabe bezeichnet, welche die Stadt verfolgen werde. Passiert ist nichts. Nun macht es die Stadt Brixen in Südtirol vor, wo sich ein ehemaliger Schlachthof in einen Veranstaltungstreff für Jung und Alt verwandelt hat, mit Erhalt der alten Bausubstanz.

Warum geht so etwas andernorts, nur nicht in Penzberg? In diesem Gebäude aus der Bergwerkszeit solch eine Umnutzung zu erreichen, hätte großen Charme. Zumal das Gelände unmittelbar an eine der letzten, innerstädtischen Grünzonen anschließt. Solch ein sorgsamer Umgang mit historischer Bausubstanz würde eine Erhöhung der Lebensqualität auf lange Sicht bewirken - für alle Einwohner Penzbergs.

Alexander Peren, Penzberg (stellvertretender Vorsitzender des Verein für Denkmalpflege und Penzberger Stadtgeschichte)

© SZ vom 09.12.2020 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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