Alte Floßlände in Wolfratshausen:Eine große Attraktion

Die "Eiszeit" am Loisachufer ist am Sonntag mit einer Party zu Ende gegangen. Viele Wolfratshauser wünschen sich eine Fortsetzung - auch der Bürgermeister, der auf die Zustimmung des Stadtrats hofft

Von Benjamin Engel und Ingrid Hügenell, Wolfratshausen

Alte Floßlände in Wolfratshausen: Abendstimmung auf der Eisbahn. Bei der Abschiedsparty tummelten sich noch einmal viele Besucher auf der Fläche an der Alten Floßlände. Die meisten wollen im nächsten Winter wiederkommen.

Abendstimmung auf der Eisbahn. Bei der Abschiedsparty tummelten sich noch einmal viele Besucher auf der Fläche an der Alten Floßlände. Die meisten wollen im nächsten Winter wiederkommen.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Noch einmal sind am Sonntagnachmittag die Besucher auf die Eislauffläche an der Alten Floßlände geströmt. Kinder, Jugendliche und Familien nutzten die letzte Gelegenheit der Saison zum Schlittschuhlaufen. Nach 38 Tagen ging die "Wolfratshauser Eiszeit", wie die Eisfläche mit Buden, Zelt und Catering offiziell heißt, zu Ende. Sehr zum Bedauern vieler Gäste, die gerne wiederkommen würden, sollte es nach der Premiere im nächsten Winter eine Neuauflage geben. Auch im Sommer könnten der Fluss und seine Ufer besser genutzt werden, hofft Bürgermeister Klaus Heilinglechner.

An fünf Tagen waren die beiden zwölf Jahre alten Mädchen Antonia und Coco - aus Ammerland und Berg - auf der Eisfläche. "Das hat viel Spaß gemacht", sagen sie. "Besonders die Eisdisco." Mit Mann und zweijähriger Tochter testet eine 33-jährige Wolfratshauserin gegen 17 Uhr das Eis. Die Wintersportattraktion sei ein "super Angebot", sagt sie. Auf eine Wiederholung im nächsten Jahr hoffe sie sehr.

Mehr als 6000 Besucher sind nach Schätzungen der städtischen Tourismusmanagerin Gisela Gleißl zur Eiszeit gekommen. An Spitzentagen seien es 400 bis 500 Gäste gewesen. Das übertreffe die Kalkulationen. "Die Resonanz ist positiv." Ausdrücklich lobt sie die Zusammenarbeit mit dem Beaufsichtigungspersonal der Firma Bavaria Werkschutz und den Caterern von "Eiswolf". Zu denen zählt Jacqueline Rupp. Mit dem Zuspruch an den Essensständen und an den Musikabenden sei sie zufrieden, erklärt sie. "Das hat wahnsinnig viel Spaß gemacht", fügt sie hinzu. "Die Eiszeit hat sich zum Treffpunkt entwickelt". Bis von Garmisch-Partenkirchen und Weilheim seien die Gäste gekommen.

"Die Eisbahn hat sehr viel Begeisterung ausgelöst", sagt auch Bürgermeister Klaus Heilinglechner. "Bei mir und bei vielen anderen." Die Stadt habe viel Lob erreicht für diese tolle Idee, die der gesamte Stadtrat getragen habe, wie Heilinglechner betont. Alles habe gepasst, Umfeld, Caterer, das tolle Programm. "Das war auch ein gesellschaftliches Ereignis", sagt er. Die Leute seien nach Schließung der Bahn um 20 oder 21 Uhr oft noch lange beisammen gestanden. "Endlich kann man wo hingehen" - das habe er oft gehört. Man könne in Wolfratshausen natürlich auch sonst ausgehen, sagt der Bürgermeister, der sich die Beliebtheit der Eiszeit so erklärt: "Vielleicht, weil es ungezwungen ist."

Alte Floßlände in Wolfratshausen: Die jungen Eishockeyspieler des ESC Geretsried zeigten am Samstag, was sie schon draufhaben.

Die jungen Eishockeyspieler des ESC Geretsried zeigten am Samstag, was sie schon draufhaben.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Nur das Wetter machte es der Eisfläche zwischendurch schwer, bei Regen musste sie halbtage- oder stundenweise gesperrt werden, weil sich unter einer Wasserfläche nun mal partout kein Eis machen lässt. Wie hoch die Stromrechnung für die Eismasche schließlich ausfallen wird, ist noch unklar. Gegen das warme Regenwetter konnte auch der "Eisranger" nichts ausrichten, den die Firma Bavaria Werkschutz stellte und auch so nannte. Sie war auch für den Schlittschuhverleih und die Kasse am Eintritt zuständig. Heilinglechner selbst kann übrigens nicht Schlittschuhlaufen. "Ich kann nicht bremsen", gibt er zu. Zu seiner eigenen Sicherheit und der seiner Mitmenschen habe er sich deshalb nur bei der Eröffnung kurz aufs Eis gewagt, als wenig los war. Danach sei er aber noch zwei-, dreimal beim Eisstockschießen gewesen. Die Eisschützen hatten an den Montagabenden die Bahn von 18 bis 20 Uhr für sich. Auch die Schulen konnten Zeiten für sich buchen. Vor allem die nahe Hammerschmiedschule verlegte Sportstunden aufs Eis, zur großen Freude der meisten Schüler.

Die Kosten für die "Eiszeit" hatte die Stadt mit 100 000 Euro kalkuliert, wie Heilinglechner berichtet. 20 000 Euro hätten Sponsoren beigesteuert, dazu kommen die Eintritte. Drei Euro mussten Kinder von sechs Jahren an bezahlen, fünf Erwachsene. Die Erwartungen seien übertroffen worden. "Ich hoffe, dass wir das wieder machen dürfen", sagt Heilinglechner deshalb. Der Stadtrat müsse darüber abstimmen. Aber auch die Stadträte seien begeistert. Nicht nur Schlittschuhläufer oder Eisschützen hätten Gefallen an der Bahn gefunden, auch viele andere hätten das Ambiente mit den großen Sternen in den Bäumen und der farbigen Beleuchtung gelobt: "Das macht was her."

Heilinglechner sagt, er fände es toll, wenn man auch im Sommer beide Loisachufer besser nutzen würde. Schließlich hätten nicht viele Städte einen Fluss in ihrer Mitte. "Den muss man rausheben, nicht verstecken." Ihm schwebt vor, etwa bei Bürgerfesten das Ufer einzubinden. Nun, da das Stadtarchiv in die frühere Landwirtschaftsschule umgezogen und auch die Wertstoffinsel abgebaut worden sei, "ebnet sich der Weg", auch das westliche Ufer umzugestalten. Zuvor müssten aber weitere Parkplätze am Hatzplatz eingerichtet werden.

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