Alpinist und Routenfinder:Trauer um Ludwig Graßler

Alpinist und Routenfinder: Der Alpinist und Entdecker der Fernwanderroute München-Venedig, Ludwig Graßler, ist am Donnerstag im Alter von 94 Jahren gestorben.

Der Alpinist und Entdecker der Fernwanderroute München-Venedig, Ludwig Graßler, ist am Donnerstag im Alter von 94 Jahren gestorben.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Ludwig Graßler ist tot. Der Erstbegeher der Fernwanderroute München-Venedig ist am Donnerstag im Alter von 94 Jahren in Wolfratshausen-Waldram gestorben.

Von Claudia Koestler

1974 wanderte der gebürtige Amberger zum ersten Mal in 28 Tagesetappen die rund 550 Kilometer von München bis nach Venedig. Bis heute folgen Bergsteiger seiner Routenbeschreibung, die er 1977 in seinem ersten Wegführer "Zu Fuß über die Alpen" veröffentlicht hat. Inzwischen trägt sie den Beinamen "Traumpfad" und gilt als einer der populärsten Fernwanderwege Europas.

Obwohl sich Graßler als gebürtiger Oberpfälzer scherzhaft "Flachländer" nannte, weckten die Erzählung eines Salesianerpaters über die Benediktenwand seine Neugierde auf das Bergsteigen, als er 13 Jahre alt war. Nach ersten Touren meldete sich Graßler bei den Gebirgsjägern, es folgten drei Jahre in französischer Kriegsgefangenschaft. Mit einer anschließenden Gartenbaulehre wollte sich Graßler neu orientieren, was auch seinen Weg nach Wolfratshausen ebnete. Nach einem Studium in Weihenstephan wurde er 1962 Kreisfachberater für Gartenbau und Landespflege am Landratsamt Wolfratshausen. Zudem engagierte sich Graßler im Isartalverein. Er erschloß das Isarufer bis Bad Tölz für Fußwege und dehnte den Pfad sogar bis Lenggries aus.

Er habe eben "immer noch ein bisserl weiter" gewollt, erklärte Graßler Anfang 2019 in einem seiner letzten Interviews mit der SZ. Als er dann eine Wandergruppe des Isartalvereins zur Isarquelle im Karwendelgebirge führte, sei er auf die Idee gekommen, den Weg zu einer Alpenüberquerung auszuweiten. Nach der ersten erfolgreichen Tour 1974 folgten noch weitere vier auf dem "Traumpfad", seine Erlebnisse hat er stets ausgiebig dokumentiert. Graßlers erklärter Wunsch war, dass die Stadt Wolfratshausen diese Dokumente künftig für eine Dauerausstellung nutzen wird.

© SZ vom 28.08.2019 / cjk
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