Aktionstag zum Klimafrühling "Wir leben ja viel kürzer als das Plastik"

Glas statt Plastik: Melanie Eben (li.) bringt den Waldramer Grundschülern Alternativen zu Kunststoffprodukten nahe.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Grundschüler in Waldram lernen, wie man Kunststoff vermeiden kann

Von Yara van Kempen, Waldram

Wie man das Klima schützen kann, darüber wird derzeit im Rahmen des Klimafrühlings Oberland diskutiert. Auch an den Schulen des Landkreises, die am Dienstag einen Aktionstag zum Thema veranstaltet haben. Unter anderem wurde auch in der Grundschule Waldram, in den drei vierten Klassen, ein Bewusstsein für den Umweltschutz geschaffen. Unter dem Titel "Eine Welt voller Plastik" konnten die Kinder mit der Bildungsreferentin Melanie Eben vom Verein "Natur weltweit" spielerisch lernen, was der enorme Plastikkonsum für Folgen hat und was es für Alternativen zum Kunststoff gibt.

"Mir ist es wichtig, dass auch junge Kinder schon lernen, dass es einfacher ist als man denkt, auf Alternativen zu Plastik umzusteigen", sagt Eben. Damit lernten sie auch leicht, nicht nur der Umwelt, sondern auch ihrer Gesundheit etwas Gutes zu tun. Die Referentin hat vor etwa zweieinhalb Jahren das Thema Plastik in ihr Lernprogramm aufgenommen. Sie verzichte auch selbst so gut es geht auf das umstrittene Kunststoffmaterial, erzählt Eben. Zu Beginn des Aktionstags spielte Eben mit den Schülern ein Kennlernspiel, bei dem die Kinder zeigen konnten, wie viel sie bereits über Plastik wissen. Sechs Viertklässlern etwa war bereits klar, was Mikroplastik ist und wo man es findet.

Nachdem Eben mit den Kindern ihren Kunststoffverbrauch eruiert hatte, ließ sie die Schüler im Klassenzimmer nach Plastik und nach anderen Materialien suchen. In der Mitte des Stuhlkreises sollten sie daraus zwei separate Haufen bilden. Der Plastikberg wurde immer größer, aus anderem Material fanden sich nur vier bis fünf Gegenstände. "Fühlt sich fast so an wie ein ganzer Plastikplanet, oder nicht?", fragte Eben - und die Schüler stimmten ihr zu. Mit einem Zahlenstrahl veranschaulichte Eben, wie lange Plastik zur Zersetzung braucht. "Wir leben ja viel kürzer als das Plastik", stellte ein Mädchen erschrocken fest. Deswegen seien Alternativen so wichtig, entgegnete Eben. Welche es gibt, zeigte sie anhand von Gegenständen, die sie auf dem Boden verteilte. Diesen sollten die Kinder aus einer Tüte Produkte aus Kunststoff zuordnen. So lernten sie etwa, dass man Spülmittel mit Natron oder Tetrapacks mit Glasflaschen ersetzen kann. Die Schüler gingen nicht mit leeren Händen: Am Schluss konnten sie aus Birkenzucker, Kokosöl und Natron ihre eigene Zahnpasta mischen, die sie mit nach Hause nehmen durften.