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Aktion  :Pflanzen für den Bergwald

Drei Jugendliche aus Italien entfernen den üppigen Bewuchs auf dem Waldboden, bevor sie die jungen Bäumchen pflanzen können.

(Foto: privat/oh)

Am Blomberg haben Jugendliche Tannen und Bergahorn gesetzt

Im bayerischen Oberland dominiert die Fichte. Die Baumart macht rund 57 Prozent des Waldbestandes aus. Doch die Fichte ist für den Klimawandel schlecht gerüstet. Stärkere Stürme können die Baumart mit ihren flachen Wuzeln leicht umwerfen. Zudem vermehrt sich mit steigenden Temperaturen der Borkenkäfer besser, was die Fichten ebenso schädigt. Deshalb hat eine internationale Gruppe von 16- bis 24-Jährigen bis Freitag rund 3000 junge Tannen und Bergahorne an den Hängen des Blombergs bei Bad Tölz. So soll im Zuge der Bergwaldoffensive ein verjüngter Mischwald entstehen, der den Gefährdungen durch den Klimawandel besser widerstehen kann.

Bergwaldmanager Andreas Rechenmacher und Revierleiter Max Leutenbauer leiten die freiwilligen Helfer an. "Viele hatten bisher noch nie einen Baum gepflanzt. Nach ein paar Tagen sind sie schon fast Profis und arbeiten motiviert, zügig und geschickt" sagt Leutenbauer. Durch die jungen Setzlinge von Tanne und Bergahorn könne sich der Wald schneller verjüngen. Die Jäger unter Führung von Pächter Hans Willibald helfen, dass die ausgebrachten Pflänzchen aufwachsen können.

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Holzkirchen organisiert das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Jugendgemeinschaftsdienst. Die Stadt Bad Tölz unterstützt es. Die finanziellen Mittel stammen aus der Bergwaldoffensive. Die hat die Bayerische Staatsregierung 2008 ins Leben gerufen, um stabile Mischwälder zu schaffen. Das AELF Holzkirchen setzt sie seit acht Jahren in seinem Amtsgebiet um. Dazu zählt auch der Landkreis Bad-Tölz-Wolfratshausen. Dort wurden bereits einige erfolgreiche Projekte, beispielsweise in Kochel am See, Benediktbeuern oder Bichl begonnen.

Die jungen Leute sollen in dem Projekt lernen, wie wichtig der Mischwald am Berg für eine intakte Natur ist. Die Bestände sollen so vor Sturm, Steinschlag und Lawinen besser geschützt und die Artenvielfalt gefördert werden. Zudem soll dies dem Hochwasserschutz dienen und so selbst Städte fern der Alpen schützen.

Das AELF Holzkirchen und der Internationale Jugendgemeinschaftsdienst wollen den Jugendlichen also viel mehr als nur die praktische Arbeit vermitteln. Die Verantwortlichen haben sich zum Ziel gesetzt, die Jugendlichen auch ganz allgemein über den Wald, seine Funktionen und dessen Bedeutung für künftige Generationen zu informieren, wie Christian Webert erläutert. "Das Interesse und das Engagement der Jugendlichen ist unglaublich groß", freut sich der Bereichsleiter Forsten am AELF Holzkirchen.

Letztlich trägt das Projekt zur Völkerverständigung bei. Von zentraler Bedeutung ist laut Webert der Austausch der jungen Leute untereinander - im Camp, bei der Arbeit und auch bei der Freizeit. Wie er berichtet, pflanze beispielsweise die russische Teilnehmerin Elizaveta am liebsten mit Olena, einer Beteiligten aus der Ukraine. "Es ist schön zu sehen, dass Herkunftsländer keine Rolle spielen. Alle ziehen an einem Strang" sagt Webert.

Inzwischen sind die jungen Leute wieder in ihre Heimatländer zurückgeflogen. Aus Sicht der Projektträger sind um wertvolle Erfahrungen reicher geworden. Zudem proftierte der bayerische. Die frisch gepflanzten Bäumchen helfen, den Wald der Zukunft zu bilden.