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Aktion "Ois ohne":10 000 Euro für plastikfreien Laden

Team in Bad Tölz erreicht erstes Etappenziel

"Ois Ohne" soll der erste Laden in Bad Tölz heißen, der ohne Plastik auskommt. Weder bei der Anlieferung noch beim Verkauf der Waren soll es dort umweltschädliche Kunststoff-Verpackungen geben. Das Gründerteam mit Vertretern von Bund Naturschutz und vom Verein "Oberland plastikfrei" will das Geschäft im Frühjahr eröffnen und über eine Crowdfunding-Kampagne finanzieren. Die lässt sich bislang ganz ordentlich an. 10 000 Euro sind zum Jahreswechsel bereits zusammengekommen. Allerdings reiche diese Summe lediglich "für einen Bruchteil der Ausstattung", teilte Sprecherin Anna Meßmer mit.

"Ois ohne" soll als Genossenschaft betrieben werden. Damit werde die finanzielle Last auf mehrere Schultern verteilt, erklärt die Mitbetreiberin Anna Meßmer. Im Vordergrund stehe der genossenschaftliche Förderzweck - ein Laden völlig ohne Kunststoffmüll - und nicht die Rendite. Außerdem könne eine große Gemeinschaft "ein starkes Zeichen setzen, um ein Umdenken von Gesellschaft, Politik und Wirtschaft in Bezug auf Plastikkonsum zu erwirken". Allerdings muss auch ein plastikfreier Laden betriebswirtschaftlich arbeiten, um langfristig die Wünsche der Genossenschaftsmitglieder zu vertreten. Dessen sind sich die Gründer bewusst. Aber, so Meßmer: "Es soll nicht nur Geld, sondern auch gute Ideen und die Arbeitskraft Vieler zusammengelegt werden, um das Projekt zu stemmen."

Ein Informationsabend über die Organisationsform Genossenschaft findet am Dienstag, 22. Januar, 19 Uhr, im "Gschafft" in der Marktstraße 59 in Bad Tölz statt. Ein Vertreter des Genossenschaftsverbands Bayern soll dabei Fragen zu diesem Themenkomplex beantworten. Außerdem besteht für Interessierte die Möglichkeit, das Konzept des Ladens und das Team kennen zu lernen.

Derweil läuft die Crowdfunding-Kampagne im Internet ( www.startnext.com/ois-ohne) weiter. Auf dieser Homepage können Unterstützer einen sogenannten Gründerbrief kaufen, der 150 Euro kostet und einem Anteil entspricht. Nach dem Ende des Crowdfunding werden der Brief und alle Unterlagen für einen Genossenschaftsbeitritt zugesandt. "Man ist dann bereits Mitglied und wird zu ersten Generalversammlung eingeladen, darf von Anfang mitentscheiden und Ideen einbringen", so Meßmer.