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Aktion in Lenggries:Unterschriften gegen 5G

Derzeit werden lokal wie bundesweit und auch im europäischen Ausland hitzige Diskussionen um die neue Mobilfunk-Technologie 5G geführt. Viele Bürger sind besorgt über womöglich schädliche Wirkungen von Funkstrahlen, insbesondere über die gepulste Strahlung, die bereits in aktuell genutzten Funktechniken zum Einsatz kommt. Zudem empören sich Kritiker zunehmend über die "Verordnung von oben" beim Ausbau von 5G. Im Lenggrieser Ortsbereich Fleck hat die Planung und überraschende Errichtung eines Mobilfunkmasts mit 5G-Eignung mitten im Ortsbereich zur Gründung der Bürgerinitiative mit dem Namen "Stopp 5G in Lenggries" geführt.

Mit einer ersten Unterschriftaktion hat sich die Bürgerinitiative gegen die Einführung der neuen Mobilfunkgeneration in Lenggries gewendet, "weil für diese neuartige Technologie noch nicht in all ihren Einsatzgebieten und Frequenzen ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit nachgewiesen ist. Zusätzliche Strahlenbelastung ist zu erwarten", heißt es in einer Pressemitteilung, die von Birgit Stock Furlani, Heiner Schwab und Stefan Jaud unterzeichnet ist. "Die Vorsorge vor Gesundheitsschäden muss Vorrang haben vor den Interessen der Telekommunikations- und Geräte-Industrie", heißt es in dem Schreiben weiter.

Die BI fordert in ihrer Pressemeldung für die Gemeinde ein unabhängiges Gutachten, durch das die aktuelle Belastung durch elektromagnetische Felder festgestellt wird und die Möglichkeiten eruiert werden, die Belastung abzusenken, noch bevor Änderungen oder Erweiterungen stattfinden. Die Gemeinde Lenggries prüfe derzeit die Möglichkeiten dazu.

Die Bürgerinitiative konnte innerhalb von zwei Monaten Unterschriften von 689 Personen aus Lenggries und fast 200 aus der näheren Umgebung gegen die ungeprüfte Einführung der neuen Mobilfunktechnologie 5G sammeln. Diese werden "in nächster Zeit" der Gemeinde übergeben, um wiederholt einen Ausbaustopp für Lenggries und ein Vorsorgekonzept zu fordern.

Eine weitere Informationsveranstaltung ist bereits in Planung. Der Baubiologe Markus Neumann wird am Samstag, 25. Januar, über die Situation in Lenggries und Möglichkeiten der Strahlungsminimierung referieren.

© SZ vom 30.11.2019 / cjk

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