Süddeutsche Zeitung

Von Geretsried bis Bad Tölz:Acht Tage Kultur

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Drinnen oder draußen? Blasmusik oder Uraufführung? Empfehlungen für die kommende Woche.

Zu unterhaltsamer Poesie, umrahmt von Melodien, lädt am Samstag, 20. August, das Trio Fideles cantando in den kleinen Kursaal von Bad Tölz ein. Von 19.30 Uhr an versprechen der Erzähler Markus Eberhard, die Sopranistin Elisabeth Artmeier und Pianist Thomas Jagusch einen kurzweiligen Abend mit Musik und Literatur. Auch an den folgenden Tagen ist in der Reihe "Stadt mit der besonderen Note" einiges geboten. Am Sonntag, 21. August, spielen die Blasensteiner im Kurhaus zum Frühschoppen auf (Beginn 10.30 Uhr). Die siebenköpfige Blaskapelle aus Tölz und Umgebung versteht sich auf bayerische und böhmische Blasmusik, hat aber auch moderne Big-Band-Nummern im Programm. Die Geschichte eines außergewöhnlichen Geschenks erzählen Benedikt Schregle (Sprecher) und Michael Gern (Gitarre) am Donnerstag, 25. August, im kleinen Kursaal. Sie haben sich "Die Reise des Elefanten" nach einem Roman von José Saramago vorgenommen. Johann III., König von Por­tu­gal, sucht ein Hoch­zeits­ge­schenk für sei­nen Vet­ter Maxi­mi­lian, Groß­her­zog von Öster­reich. Seine Lösung: Salo­mon! Ein indi­scher Ele­fant, der dem por­tu­gie­si­schen Hof bis­her nur Kos­ten ver­ur­sacht hat. Von Por­tu­gal und Spa­nien übers Mit­tel­meer nach Ita­lien und schließ­lich über die Alpen nach Wien führt der Weg, den der Ele­fant Salo­mon, sein gewitz­ter Füh­rer Sub­hro und die sie beglei­ten­den Sol­da­ten zurück­le­gen müssen. Beginn ist um 19.30 Uhr, der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

Sonderausstellung und Wettbewerb

Eine Kuratorinnenführung durch den Erinnerungsort Badehaus in Waldram bietet Maria Mannes am Sonntag, 21. August, an (Beginn 14 Uhr). Dort läuft noch bis Mitte Oktober die Sonderausstellung "Die Weiße Rose. Der Widerstand von Studenten gegen Hitler, München 1942/43". Zudem können sich Gäste an einem Fotowettbewerb zur Kunstinstallation "Leuchtenfeld" beteiligen. Der Münchner Künstler Markus Heinsdorff hatte rund um das Badehaus 39 Stelen errichtet und mit leuchtenden Rettungswesten von Asylsuchenden bestückt. Mittlerweile ist das Kunstwerk abgebaut. Es gibt jedoch zahlreiche Fotos, die in einem Wettbewerb prämiert werden sollen. Neben einer Fachjury, die drei Gewinnerfotos kürt, wird ein Publikumspreis ausgelobt. Teilnahmeschluss ist der 1. September.

Junge Talente im Kloster

In der besonderen Atmosphäre des Klosters Benediktbeuern studieren in der kommenden Woche wieder zwölf junge Menschen im Meisterkurs für Klavier, Liedgestaltung und Kammermusik von Markus Kreul gemeinsam Stücke ein, die sie bei drei Konzerten der Öffentlichkeit präsentieren. Beim Auftaktkonzert am Dienstag, 23. August, stehen im Allianzsaal des Zentrums für Umwelt und Kultur (ZUK) virtuose Werke von Niccolò Paganini, Astor Piazzolla und Ludwig van Beethoven auf dem Programm. "Kostbarkeiten aus Lied- und Kammermusik" erklingen am Donnerstag, 25. August, mit Werken von Franz Schubert, Clara Schumann und Richard Strauss. Höhepunkt wird am Freitag, 26. August, eine musikalische Sommernacht mit der Uraufführung des Sonetts "Wabenduette" der jungen Komponistin Elisabeth Fußeder im Barocksaal des Klosters. Zudem kommen Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Frédéric Chopin und Sergej Rachmaninoff zur Aufführung. Alle Konzerte beginnen um 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Europa im Banat

Das Museum der Stadt Geretsried zeigt noch bis Ende des Monats die Sonderausstellung "Das Banat. Eine Reise nach Europa". Sie ist eine Leihgabe des Donauschwäbischen Zentralmuseums in Ulm und widmet sich dem Banat als historische Verwaltungsregion im Südwesten Rumäniens. In der multiethnischen Region leben noch heute zahlreiche Völkergruppen miteinander. "Das reiche Kulturerbe des Landes, die Menschen, die abwechslungsreiche und schöne Landschaft und herausragende architektonische Zeugnisse werden in der Ausstellung gezeigt", heißt es in der Einladung. Im Mittelpunkt stehe das Kulturerbe der Banater Schwaben, aber auch das der Rumänen, Ungarn, Serben, Slowaken oder Tschechen. "Damit erscheint das Banat wie ein Vorgänger der Europäischen Gemeinschaft, in dem das multiethnische tolerante Zusammenleben über Jahrhunderte funktionierte." Die Ausstellung ist zu den üblichen Öffnungszeiten des Museums zu besichtigen, Dienstag und Mittwoch von 14 bis 16 Uhr, Donnerstag 17 bis 19 Uhr sowie Freitag, Samstag und Sonntag von 14 bis 16 Uhr.

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