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75 Jahre Kriegsende:Zeichen der Befreiung

Assunta Tammelleo und Sybille Krafft mit symbolischen weißen Tüchern am Erinnerungsort Badehaus.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Wolfratshauser Vereine regen Aktion mit weißen Fahnen an

Weiße Fahnen als Symbol des Friedens sollen am 30. April das Stadtbild von Wolfratshausen bestimmen. Mit dieser Anregung wollen der Historische Verein Wolfratshausen, der Badehaus-Verein und der Kulturverein Isar-Loisach (KIL) der Befreiung des damaligen Markts vor 75 Jahren gedenken. An jenem Tag marschierten US-amerikanische Soldaten nach Wolfratshausen ein - er markiert damit das Kriegsende. Die Initiatorinnen und Vereinssprecherinnen Sybille Krafft und Assunta Tammelleo fordern Privat- wie Geschäftsleute dazu auf, sich mit weißen Fahnen - es können auch Tücher sein - zu beteiligen, die aus Fenstern und von Balkonen flattern. Die Corona-Krise mache die eigentlich geplanten Feiern unmöglich, sagte Krafft, dennoch soll "an jene Ereignisse, die für unser aller Leben entscheidend waren", erinnert werden.

Die evangelischen Kirchen Geretsried und Wolfratshausen beteiligen sich laut Krafft und Tammelleo ebenso wie die Städte Wolfratshausen und Geretsried. Auch der katholische Wolfratshauser Stadtpfarrer Gerhard Beham werde mitmachen.

Das Gedenkkonzept geht auf den Münchner Aktionskünstler Wolfram Kastner zurück. Die Landeshauptstadt setzt es in der Kaufingerstraße um. Dafür werden eigens Fahnen mit "Tag der Befreiung" bedruckt. So aufwendig wolle man es in und um Wolfratshausen nicht gestalten, sagt Tammelleo. Allerdings würden 15 000 Flyer gedruckt, um für die Aktion zu werben.

Krafft, die selbst Historikerin ist, erinnert daran, dass die Befreiung Wolfratshausens "eine ganz besondere Geschichte" sei. Denn Stadtkommandant Major Karl Luber habe verhindert, dass der Markt noch gegen die anrückenden Amerikaner verteidigt wurde, und damit ein letztes Blutvergießen vermieden. Er sei ihnen vielmehr mit einer weißen Fahne entgegengegangen.

© SZ vom 21.04.2020

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