Sie hilft
Mehr als zwei Jahre hatte sie gewartet. Jetzt war es endlich so weit. Jermabelle Westner, 27, konnte nach einer Corona-Zwangspause zurück auf die Philippinen reisen. In die Slums der Hauptstadt Manila, wo sie aufgewachsen ist. Als sie fünf Jahre alt war, starb ihre Mutter, fünf Jahre später starb ihr Vater. Als sie elf war, kam die Rettung: Eine Tante, die mit ihrer Familie in Oberbayern lebte, adoptierte das Mädchen und holte es zu sich.
Doch das Schicksal der zurückgebliebenen Straßenkinder ließ Jermabelle Westner nicht mehr los. Sie wollte etwas von dem Glück, das ihr widerfahren war, weitergeben und gründete 2013 den Verein Matulong ("Hilfreich"). Gemeinsam mit ihrem Team fördert sie ein Waisenhaus und eine Schule in Manila, organisiert Bildungsprojekte und Kinderbetreuung vor Ort. Gerade befindet sich Jermabelle Westner wieder auf einer vierwöchigen Projektreise und wird dabei von einer Filmemacherin begleitet. Die Pandemie, schreibt Westner in einer E-Mail, habe schwere Schäden hinterlassen. "Es ist sehr emotional, aber sinnvoll wieder hier zu sein, um den Kindern von den Slums und von der Straße eine Stimme zu geben."
206 Kinder sind es, im Alter von drei bis 15 Jahren, die hier eine Chance auf Bildung bekommen. Und nicht nur das: Westner hat ihren Traum verwirklichen können, auf der Insel Siargao baut der Verein gerade ein Schutzhaus und eine Bibliothek. Es solle so die Landflucht vermieden werden, die der Ursprung von überfüllten Slums und Armut sei, schreibt die junge Frau weiter. "Unser Ziel ist die Hilfe zur Selbsthilfe. Wir sind nur Begleiter."
Er malt

Er hat schon einige bayerische Heroen porträtiert: Franz Josef Strauß, Franz Beckenbauer, Christian Ude, Gustl Bayrhammer, Toni Berger oder Elmar Wepper. Nun macht sich der Schwabinger Maler Wolfgang M. Prinz, 73, - Markenzeichen: Trachtenhut mit Blume, immer schief aufgesetzt - an eine "Schönheitengalerie des Erfolges". Die erste von Prinzens Schönheiten ist Schauspielerin Michaela May, die bei der Enthüllung des Bildes im Wirtshaus Zum Franziskaner sehr angetan gewesen sein soll. Musik zur Begrüßung spielte Spider- Murphy-Frontmann Günther Sigl - den Prinz auch schon gemalt hat.
Sie schreiben
Annika Domainko, Krisha Kops und Slata Roschal aus München bekommen den bayerischen Kunstförderpreis in der Sparte "Literatur". Außerdem werden Jeff Chi aus Nürnberg und Claudia Voit aus Poppenhausen ausgezeichnet. Domainko erhält den Preis für ihren Roman "Ungefähre Tage", Kops für sein Buch "Das ewige Rauschen" und Roschal für ihr Werk "153 Formen des Nichtseins". Der Freistaat Bayern verleiht in jedem Jahr 17 Kunstförderpreise in den vier Sparten "Musik", "Bildende Kunst", "Darstellende Kunst" und "Literatur". Die Künstlerinnen und Künstler werden von Fachjurys vorgeschlagen. Sie stünden am Beginn ihres Schaffens, zeichneten sich "durch eine außergewöhnliche künstlerische Begabung aus und können hervorragende Leistungen vorweisen", heißt es in einer Mitteilung des Kunstministeriums. Der Preis ist mit 6000 Euro für Einzelpersonen und mit 10 000 Euro für Ensembles dotiert. Die Verleihung findet am Montag, 14. November, in der Hochschule für Musik und Theater in München statt.
Sie proben

Zweieinhalb Jahre Improvisation liegen hinter dem Dirigenten Jens Junker. Leider nicht im musikalischen Sinne. Eigentlich leitet er den "Go Sing Choir" in München, einen offenen Popchor. Offen, weil jeder kommen kann, der Lust hat. Also wirklich jeder oder jede, egal wie gut er oder sie singen kann. Innerhalb von zwei Stunden übt Junker mit den Teilnehmern aus dem Stand einen Song ein, "Lemon Tree" von Fools Garden zum Beispiel, oder "I Will Survive" von Gloria Gaynor.
Ein Vorsingen, Noten oder feste Mitgliedschaft gibt es nicht. Am Ende wird ein Video gedreht und bei YouTube online gestellt. Vor Corona fanden diese Veranstaltungen im Strom-Club statt. Doch dann kam die Pandemie, und aus dem "Go Sing Choir" wurde vorübergehend ein "Stay Sing Choir". Es wurde zu Hause vor der Webcam gesungen.
Darauf folgten Monate, in denen sich der Chor im Westpark traf - oder das Proben ganz ausgefallen ist. Jetzt hat Jens Junker endlich ein neues Zuhause für sein Herzensprojekt gefunden. Und was für eines: die Halle E im neuen Gasteig HP8, an der Hans-Preißinger-Straße in Sendling, eine ehemalige denkmalgeschützte Trafohalle. Die Location hat nicht nur eine tolle Akustik und Atmosphäre. Sie bietet so viel Platz und Luft, dass sich die Sängerinnen und Sänger mit genügend Abstand zueinander aufstellen und so eventuelle Infektionsschutzmaßnahmen im kommenden Herbst und Winter erfüllen können.
Die erste Veranstaltung des Go Sing Choirs ist für den 18. September geplant, Einlass ist um 18 Uhr. Karten für 15 Euro gibt es an der Abendkasse.
Er singt

Musik macht Michael Feuerstein aka Suntone "eigentlich schon immer". Mit dem Rucksack ist der gebürtige Mannheimer durch die ganze Welt gereist, hat viele musikalische Einflüsse in sich aufgenommen. Jahrelang spielte er in diversen Rock-, Jazz- und Funkbands, bis er merkte: "Alleine hab' ich weniger Stress". Jetzt begleitet ihn nur noch seine Gitarre und seine Loopstation auf die Bühne, mit der er einen Mix aus Funk, Trip-Hop und akustischer Musik aufnimmt. Am Dienstag, 13. September, kommt er um 20 Uhr mit neuen Songs in die Glockenbachwerkstatt. Freuen kann man sich auf viel Groove und Musik, die zum Tanzen auffordert. Tickets unter www.glockenbachwerkstatt.de.
