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Wohnungssuche in München:Wie man sich den Makler spart

In München findet man kaum mehr eine Wohnung ohne Makler. Doch diese verlangen viel Geld für ihre Dienstleistung. Wer eine teure Provision umgehen will, muss mit Tricks arbeiten.

Es scheint der einfachste Weg zu sein, doch der einfachste Weg ist der mit der größten Konkurrenz: Wer sich in einem der großen Immobilienportale im Internet anmeldet, um eine provisionsfreie Wohnung zu finden, der hört oft Sekunden nach der Benachrichtigungsmail immer denselben Ton, wenn er die Vermieter-Nummer wählt: das Besetztzeichen. Seit einigen Monaten können Wohnungssuchende beim Marktführer Immobilienscout immerhin die Option anwählen, nur Angebote ohne Maklerprovision zu erhalten - das Gerangel um die raren Schnäppchen dürfte dieser Service aber eher noch verstärken.

Maklerin

Ohne Makler sind Wohnungen billiger zu haben. Jedoch findet man diese raren Schnäppchen kaum mehr in München.

(Foto: iStockphoto)

Auf der Suche nach maklerlosen vier Wänden sind die meisten Anwärter auf das Glück angewiesen - und auf Mund-zu-Mund-Propaganda im Freundeskreis, am virtuellen Schwarzen Brett am Arbeitsplatz oder im Verein. Wer diesem Glück auf die Sprünge helfen will, greift zum Zettel: Gerade in besonders begehrten Vierteln überbieten sich sympathische Akademikerpaare in selbstgestalteten Aushängen an Ampelpfosten und Straßenschildern.

Andere hinterlassen ihre Wünsche und Adressdaten bei Hausverwaltungen, Wohnungsbaugesellschaften und -genossenschaften. Denn die Hausverwalter erfahren immer zuerst, wo eine Wohnung frei wird - und niemand schleust gern Dutzende Interessenten durch eine Wohnung, wenn er bereits solvente potentielle Mieter auf der Warteliste hat. Adressen und Telefonnummern der Hausverwalter finden sich oft in den Hausfluren von Objekten.

Wer einen solchen Rundruf scheut, der kann den klassischen Weg gehen: In den Immobilienteilen der Zeitungen finden sich häufig auch provisionsfreie Wohnungen oder Nachmieter-Gesuche; Privatleute bevorzugen manchmal auch, Chiffre-Anzeigen zu schalten, damit ihr Telefon nicht dauerbelegt ist. Sie laden dann nur diejenigen zur Besichtigung ein, die aus ihrer Sicht tatsächlich als Mieter in Frage kommen. Die Hürde, zu einer Besichtigung eingeladen zu werden, ist in diesem Fall zwar höher. Aber man spart sich Zeit, wenn man am Ende ohnehin ausgesiebt würde. Andererseits melden sich hier auch nur Konkurrenten, die einen aufwendigen Bewerbungsbrief nicht scheuen.

© SZ vom 14.01.2012/wib
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