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Wohnungssuche:Dach über dem Kopf

Würmtal-Gemeinden starten Wohnungshilfe für Flüchtlinge

Die drei Würmtal-Gemeinden Planegg, Gräfelfing und Krailling wollen künftig ausländischen Mitbürgern, die kein oder nur schlecht Deutsch sprechen, auf Antrag bei der Wohnungssuche behilflich sein. Ein entsprechender Vertrag mit dem Titel "Unterstützung bei der Wohnungssuche" wurde jetzt nach Krailling auch in Planegg und in Gräfelfing vom Gemeinderat gebilligt. In einer Absichtserklärung für das interkommunale Projekt hieß es, dass zu der großen Zahl der Wohnungssuchenden im Würmtal in jüngster Zeit "zusätzlich die Zahl der Menschen mit Sprach- und Verständigungsschwierigkeiten gestiegen" sei. Die gemeinsame soziale Einrichtung der "Würmtal-Insel" und die Wohnungsnothilfe der Arbeiterwohlfahrt verzeichnen demnach immer mehr Anfragen von Menschen, die - etwa nach einer Flucht - Unterstützung benötigen. Ehrenamtliche Helfer der bestehenden Organisationen im Würmtal könnten den Bedarf nicht mehr abdecken, so das Resümee.

Ziel des neuen Projektes sei es, "die Integration der Betroffenen zu fördern und mögliche Kosten durch erhöhten Bedarf an Notunterkünften zu vermeiden". Das soll auch durch die Anstellung einer Fachkraft geschehen. Betroffen sind demnach vor allem bereits anerkannte Flüchtlinge, aber ganz allgemein auch Menschen aus dem Ausland, besonders Familien, die aus anderen Gründen in Deutschland leben und arbeiten. Die Kosten des Projekts werden für fünf Jahre auf etwa 140 000 Euro geschätzt, 50 000 Euro davon schießt die Regierung von Oberbayern zu. Den Restbetrag von etwa 91 000 Euro tragen die drei Gemeinden auf die Dauer von fünf Jahren. Derzeit gibt es ein rechnerisches Defizit von 18 000 Euro, auf Planegg entfallen davon etwa 6000 Euro. Im Gemeinderat gab es dazu kaum Wortmeldungen. Lediglich Michael Book (CSU) betonte, durch die kommunalen Aktivitäten dürfe es nicht zu zusätzlichen Engpässen für deutsche Wohnungsbewerber kommen.

© SZ vom 12.05.2018 / rar
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