Zwar gilt Bayerns Verfassung nicht im Nachbarland. Der langjährige Wiener Kommunalpolitiker Christoph Chorherr beruft sich aber trotzdem darauf. "Die Verteilung und Nutzung des Bodens wird von Staats wegen überwacht. Missbräuche sind abzustellen." So steht es in Artikel 161. Und dass Steigerungen des Bodenwerts, die ohne besondere Leistung des Eigentümers entstehen, für die Allgemeinheit nutzbar gemacht werden sollen. Genau das sei seine Auffassung von Politik, sagt der Grünen-Politiker Chorherr, der mit einer rot-grünen Koalition im Wiener Rathaus eine durchaus radikale Regelung durchgesetzt hat, die Mitte März in Kraft tritt: Erteilt die Stadt einem Investor Baurecht, muss dieser zwei Drittel der neu entstehenden Wohnungen für maximal fünf Euro pro Quadratmeter vermieten. Netto - rechnet man Steuern und Nebenkosten hinzu, lande man in etwa bei 7,50 Euro. Davon können Münchner derzeit nur träumen. Zum Vergleich: Laut Mietspiegel liegt das Durchschnittsniveau pro Quadratmeter hier bei 11,69 Euro.
Strengere Auflagen für Bauträger:Wohnen wie in Wien
Bei Neubauprojekten von privaten Bauträgern wie hier auf dem Paulaner-Gelände würden die Grünen gern günstigere Mieten erzwingen.
(Foto: Florian Peljak)Die Grünen wollen die österreichische Hauptstadt mit ihren günstigen Mieten zum Vorbild nehmen. Dort regelt der Staat die Verteilung und Nutzung des Bodens.
Von Dominik Hutter

