WM-Spieler vom FC BayernAlles außer Fußball

Sieben Münchner stehen am Sonntag im WM-Finale. In ihrer Freizeit züchten sie Pferde, geben Kostümpartys oder besuchen einschlägige VIP-Adressen. Was Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und Co. mit der Stadt verbindet.

Das Finale um die Fußball-WM ist eine ziemlich münchnerische Angelegenheit. Sieben Profis des FC Bayern können am Sonntag Weltmeister werden. Und da wäre noch Mats Hummels, der in München aufgewachsen ist. Oder Martin Demichelis. Der argentinische Verteidiger war sieben Jahre bei den Bayern. Wie sehr sind die sieben aktuellen Bayern-Spieler tatsächlich hier verwurzelt? Und was machen sie im normalen Leben?

Philipp Lahm

Der einzige wirklich waschechte Münchner bei dieser Weltmeisterschaft ist Philipp Lahm. Geboren in der Landeshauptstadt, im Stadtteil Neuhausen aufgewachsen und bei der Freien Turnerschaft Gern das Fußballspielen gelernt - das sind seine Wurzeln. Seine Mutter Daniela ist dort bis heute Jugendleiterin und trägt im Verein den Spitznamen "Kapitänsmama". Und ihr Bruder, Lahms Onkel Gerhard Haas, ist Zweiter Vorsitzender.

Lahm schaut immer wieder mal vorbei im Hofbräu am Gerner, der Klubgaststätte. Dass im Stadtteil nachhaltig für Sicherheit gesorgt wird, liegt auch an seiner Schwester: Melanie ist bei der Polizei als Jugendbeamtin für Neuhausen zuständig. Auch Lahms Frau Claudia ist eine gebürtige Münchnerin, weshalb es kaum überrascht, dass sich die Familie nach der Geburt von Sohn Julian 2012 nicht ins Umland zurückzog: Die Lahms wohnen in Bogenhausen, der Vater bringt seinen Buben täglich auf dem Weg zum Training in die Krippe.

Der 30-Jährige ist insgesamt sehr geerdet, aus der Münchner Szene hält er sich anders als sein langjähriger Wegbegleiter Bastian Schweinsteiger heraus. Und wie auf dem Fußballfeld, so ist Lahm auch im richtigen Leben für andere da, etwa im Zuge seiner Arbeit für die "Philipp-Lahm-Stiftung", die er 2007 gründete und die sich um benachteiligte Kinder in Deutschland und Afrika kümmert. Er lässt andere nicht für sich laufen. Das war zwischenzeitlich auch mal anders, galt allerdings nur für sein Rennpferd Surabaja. 2011 wurde der Galopper verkauft.

Sein neues Hobby ist der Golfsport, dem er seit gut anderthalb Jahren zugeneigt ist. Mit Thomas Müller fährt er immer dann raus ins Umland, wenn es der Trainingsplan beim FC Bayern zulässt. Denn auch wenn Lahm durchaus als Stadtmensch zu bezeichnen ist, weiß er doch auch die Region zu schätzen: Seine Hochzeit feierte er 2010 mit großem Medienbrimborium im Landgasthof Aying.

Lahm will seine Karriere in München beenden. 2006 hatte er ein Angebot des FC Barcelona. Sein Berater riet ihm damals zum Wechsel, doch Lahm lehnte ab. Tenor: Was soll er da.

Text: Stefan Galler

Bild: Florian Peljak 12. Juli 2014, 12:542014-07-12 12:54:57 © SZ vom 12.07.2014/amm