WM 2006 Der MVV als Fußballfreund

Der MVV wird zum Paradies für Freunde der Nacht: Das im Metropolen-Vergleich recht mittelmäßige Spät-Angebot des Münchner Nahverkehrs wird zur Fußball-Weltmeisterschaft kräftig aufgemöbelt - auf ein Niveau, das auch Party-Fans ohne WM-Bezug interessieren wird.

Von Dominik Hutter

Profiteure sind vor allem die Bewohner der Stadtteile in S-Bahn-Nähe: Auf der Stammstrecke wird vom 8. Juni an, einen Tag vor dem Eröffnungsspiel also, bis zum Finale am 9. Juli der 24-Stunden-Betrieb eingeführt. Mindestens alle 20 Minuten, so versichert S-Bahn-Chef Michael Wuth, sollen die roten Züge zwischen Pasing und Ostbahnhof rollen - die ganze Nacht und jede Nacht.

So erreichen Sie das WM-Stadion und den Olympiapark (zum Vergrößern auf die Lupe klicken).

(Foto: Grafik: MVV)

Noch mehr geboten ist an den Münchner Spieltagen selber: Dann tritt, unabhängig vom Wochentag, das Wochenend-Nachtnetz der MVG in Kraft - samt 30-Minuten-Takt. Zu den Stadion-Terminen der Vorrunde starten gegen 1.15 Uhr zusätzliche S-Bahnen ins Umland. Vom Achtelfinale an wird nochmal verlängert: Dann fahren die vom Wochenende bekannten Nachtschwärmerzüge, Abfahrt gegen 2.15 Uhr ab Marienplatz, täglich.

Zusätzlich wurde auch das Angebot im Regionalverkehr kräftig ausgeweitet. Beim Abendspiel Elfenbeinküste gegen Serbien-Montenegro am 21. Juni etwa winken Zusatzzüge, die gegen 1 Uhr den Hauptbahnhof verlassen.

Mit dem Beginn der K.o.-Runde am 24. Juni legt auch die MVG nochmal nach: Wochenend-Nachtnetz täglich, also auch dann, wenn in der Fröttmaninger Arena gar kein Ball rollt. Für U-Bahn wie S-Bahn ist flexible Reaktion auf Verlängerungen und Elfmeterschießen zugesagt - damit niemand auf der WM-Party oder im Stadion übernachten muss. Die letzten Regionalzüge starten beim Halbfinalspiel am 5. Juli gegen 1.45 Uhr.

Aber auch tagsüber ist auf Münchner Gleisen deutlich mehr los als sonst. Insgesamt 600 zusätzliche Zugfahrten soll es allein bei der S-Bahn geben. Für die U-Bahn sind ein Dreieindrittel-Minuten bei der U 6 gen Stadion und ein Fünf-Minuten-Takt bei der U 3 gen Fantreff im Olympiapark versprochen - das betrieblich mögliche Maximum.

Wer sich übrigens an WM-Tagen über eine etwas unverständliche Ansage in der S-Bahn wundert: Das könnte Farsi sein, die Amtssprache des Iran - oder Arabisch oder Serbokroatisch. Die Bahn hat Begrüßungsansagen in 17 Sprachen einprogrammiert.