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Wirtshaus am Bavariapark:Gröstl und Baked Beans

Die Karte im Wirtshaus am Bavariapark ist vor allem traditionell.

(Foto: Stephan Rumpf)

Wer Abwechslung zum Einerlei der Schnitzelbratenhaxenparade sucht, wird hier angenehm überrascht: Das Wirtshaus am Bavariapark passt gut ins Westend. Und wie das Viertel verändert es sich nur langsam.

Trifft man sich im Westend, wird es am Ende doch immer Ilse. Irgendeiner hat die vier Meter hohe Schnecke, die von amerikanischen Künstlern zu beachtlicher Hässlichkeit getöpfert wurde, so getauft. Sie steht auf dem Platz beim Verkehrsmuseum, den sie im Viertel längst Schneckenplatz nennen.

In ihrem Rücken ist das Wirtshaus im Bavariapark, das bei manchen inzwischen Wirtshaus zur Schnecke heißt. Die Schnecke ist dabei ein gutes Symbol für das Westend. Zwar wird seit 15 Jahren beschworen, dass das Westend kommt, sicher steigen die Mieten, tragen die Menschen gelbe Hosen, aber eigentlich geht es mit der Glockenbachifizierung gemütlich voran. Im Schneckentempo eben.

Das Wirtshaus am Bavariapark ist ein gutes Beispiel dafür. Zwar gibt es das Gasthaus in der alten Messekantine schon seit 2007, doch das energetische Zentrum der Schwanthalerhöhe, vor allem mit seinem Biergarten, ist es erst seit ein paar Jahren.

Das hat vor allem mit Philip Sedgwick und seiner Frau Sabine zu tun, die Wirtshaus, Biergarten und Bar neben der Kongresshalle 2011 nach mehr oder minder geglückten Vorbesitzerschaften übernahmen. Sie sind in der Welt herumgereist, eine Biografie, die zum bunten Westend passt - und sich bisweilen auch in der Speisekarte spiegelt.

Kostprobe Gaststätte 'Bavariapark', 22.Juli 2014, Foto : C : Stephan Rumpf

(Foto: Stephan Rumpf)

Doch ein Wirtshaus ist ein Wirtshaus ist ein Wirtshaus, erst recht, wenn es zur Augustiner Brauerei gehört, darum ist die Karte vor allem traditionell. Eine solide Melange aus Krustenbraten (9,80 Euro), Bauerngröstl (10,80) und Kalbsrahmgulasch (15,40) wird geboten. Bei einem unserer Besuche wählten wir als Vorspeise eine Tafelspitzbrühe (3,90) und einen kleinen Salat mit Ziegenkäse (6,80), wobei die Brühe jene Würze zu viel hatte, die der Kräutervinaigrette fehlte.

Das Wiener Schnitzel (18,40) mit luftig welliger Panade um feinmürbem Fleisch gefiel umso mehr, es war aber deutlich gesalzen - nach kurzer Diskussion konnten wir uns darauf einigen, dass der Koch nur leicht verliebt war. Der Flammkuchen mit Speck und Käse (9,10) kam heiß auf den Tisch, was bei den dünnen Gebilden selten ist, den dritten Griff in die Schnittlauchkiste hätte sich der Koch aber sparen sollen.