Wirtschaft in München Es gibt zwei Webseiten von "Lauche und Maas". Zeitgemäß ist keine von beiden

Wie konnte so ein Geschäft in die Insolvenz rutschen? Haben Maas und sein Partner Lauche Fehler gemacht? "Nein, du kannst die Welt nicht aufhalten", antwortet Maas. Er meint vor allem den Online-Handel. Dabei waren sie weit vorn, als sie mit einem aufwendig gemachten eigenen Katalog in den Versandhandel für Outdoor-Artikel einstiegen. Aber wer hortet noch kiloschwere Kataloge zu Hause, um ein halbes Jahr später, wenn der große Urlaub ansteht, daraus zu bestellen?

Es gibt zwei Webseiten von "Lauche & Maas", die eine sieht ungefähr nach Internet von 2005 aus, die andere nach 1995. "Der wichtigste Vertriebskanal, das Online-Geschäft, ist zwar existent, aber vom Auftritt her längst nicht da, wo ein modernes Unternehmen stehen sollte", sagt Insolvenzverwalter Liebig.

Endgültig ins Rutschen kam das Ganze nach dem plötzlichen Tod des Mitgründers Lauche. "Damit ist viel internes Expertenwissen verloren gegangen. Um ihn hat sich viel gerankt. Er hatte eine Kernfunktion bei den betriebswirtschaftlichen Aspekten und bei den Bestellungen", sagt Insolvenzverwalter Liebig. Aus dem Unternehmen selbst ist zu hören, dass nach dem Todesfall zutage trat, wie dramatisch die Schieflage ist.

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Fragt man Liebig nach den Chancen, dass es weitergeht, dann antwortet er: "Es ist ein Unternehmen, das noch Leben in sich hat. Es gibt einen konstanten und treuen Kundenstamm." Und bei einer Mitarbeiterversammlung habe er gemerkt, wie sehr das Personal sich mit "Lauche & Maas" identifiziere.

Tatsächlich hat sich um das Geschäft, das noch eine Filiale in Obersendling hat und bis vor kurzem auch in Jena vertreten war, eine Community gebildet. Jedes Jahr im Sommer gibt es das "Globetrottertreffen" für Menschen, die mit dem eigenen Fahrzeug um die Welt reisen. Ebenso eine Institution ist das alljährliche "Wintertreffen", das zuletzt Ende Januar stattfand.

Da reisen 350 Menschen nach Kronach in Oberfranken, campen ein Wochenende und testen neue Produkte, Socken und Trockennahrung, und vor allem Schlafsäcke. Von den getesteten Schlafsäcken liegen jetzt welche in den Regalen, zum Sonderpreis, sind ja nicht mehr neu. Viele Fächer und Halterungen sind aber auch leer.

Insolvenzverwalter Liebig berichtet von Anfragen verschiedener Übernahmeinteressenten und sieht gute Chancen, dass "Lauche & Maas" mit einem zeitgemäßen Auftritt als Online-Geschäft weiter existieren kann. Besonders interessant sei da womöglich die Marke "Därr" - ein anderer Münchner Expeditionsausrüster, den Lauche und Maas 1998 übernommen haben.

"Und es kann Teil des Konzepts sein, ein Ladengeschäft beizubehalten. Das wäre der Versuch, sich quasi als Boutique mit sehr persönlicher Beratung zu etablieren, gegenüber den großen anonymen Outdoor-Häusern." Aber das müsse derjenige entscheiden, der das Unternehmen übernimmt - wenn sich jemand findet.

Und was wird aus Wolfgang Maas? "Er bleibt vorläufig im Unternehmen", erklärt Liebig. Maas selbst sagt: "Die Leute, die hier arbeiten, die sind fit und haben sehr viel Wissen. Auf mich kommt es nicht so an. Aber wenn ich auch noch was beisteuern kann, dann hätte ich nichts dagegen weiterzumachen."

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