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"Wir sind alle von wo":Laut und solidarisch

Die Veranstalter werten die Demo vor der Oper als Erfolg

"Wir müssen lauter, drängender und frecher werden", hatte der Soziologieprofessor Stephan Lessenich auf dem Max-Joseph-Platz gefordert. Er sagte das bei der Demo "Wir sind alle von wo", eine halbe Stunde, nachdem die Polizei vorbeigeschaut und berichtet hatte, dass es drüben an der Oper Beschwerden gegeben habe, weil die Musik der Band Candelilla zu laut sei. Die kamen von einzelnen Besuchern, stellte sich dann heraus, die um die Ballettpremiere von "Spartacus" fürchteten, nicht von der Oper selbst.

Die hatte sich ja auch solidarisch erklärt mit den Zielen der Demo, die vom Flüchtlingshilfeprojekt Bellevue di Monaco organisiert worden war. Drei große Transparente verkündeten am Nationaltheater: "Humanität - Respekt - Vielfalt". Das Residenztheater nebenan griff gar "Zum ewigen Frieden", dem Alterswerk von Immanuel Kant: "Ursprünglich aber hat niemand an einem Orte der Erde zu sein mehr Recht als der andere", stand auf dem Fassaden-Transparent. Vom Ensemble beteiligten sich Juliane Köhler und Manfred Zapatka mit Beiträgen auf der Bühne, von den Kammerspielen Rania Mleihi und Jelena Kuljic, das Gärtnerplatztheater hatte Previn Moore und Andreas Kowalewitz mit dem Weihnachtslied "The Christmas Song" von Nat King Cole geschickt, und vom Volkstheater waren Intendant Christian Stückl und Schauspieler Maximilian Brückner gekommen. Mit musikalischen Beiträgen waren in der dreistündigen Veranstaltung unter anderem auch die Band Notwist vertreten, die Refugee Rap Squad und Willy Astor mit der Spider Murphy Gang. Sänger Günther Sigl erinnerte sich an seine Kinderzeit, "als es wirklich viele Flüchtlinge gab, das war nach dem Zweiten Weltkrieg".

Um die 4000 Teilnehmer waren nach Veranstalterangaben auf den Platz gekommen, die Polizei zählte 2000. Die Organisatoren, der Kulturveranstalter Till Hofmann und Matthias Weinzierl vom Bayerischen Flüchtlingsrat, werteten die Demo als Erfolg.