
Es könnte die laue Sommerluft sein, in der sich die Bäume hier so dunkel abzeichnen vor den Farben des Abendhimmels. Aber es ist tatsächlich der Dezemberhimmel - der so sonnig war wie lange keiner. (Panzerwiese im Münchner Norden, 29. Dezember)

Wochenlang lag ein Hoch über Europa, das einfach nicht verschwand - und den Münchnern frühlingshafte statt weiße Weihnachten brachte. Zum Abschied zeigt sich das Jahr aber nochmal ganz anders. (Panzerwiese im Münchner Norden, 29. Dezember)

Ein Blick in die Aufzeichnungen verrät: Mit der weißen Weihnacht ist es in München sowieso nicht weit her. Schnee an den Feiertagen ist eher die Ausnahme, auch wenn man das gerne verdrängt. Nach vielen sonnigen und milden Tagen sorgt eine Kaltfront zum Jahreswechsel für kühleres Wetter. (Maximiliansbrücke, 29. Dezember)

Mit dem Jahreswechsel soll auch der Schnee kommen, oder zumindest erst einmal Schneeregen. Der Raureif am Morgen deutet schon an, dass man sich bald nicht nur vom alten Jahr, sondern auch von den letzten Sonnenstrahlen verabschieden muss. (Englischer Garten, 29. Dezember)

Frühlingshaft soll es dann nicht mehr sein - aber richtiger Winter sieht auch anders aus. Zwar kann es in den Bergen schneien. "Der Wintereinbruch, den sich manche erhoffen, ist aber nicht in Sicht", sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes. (Hofgarten, 29. Dezember)

In der Stadt genossen viele den Sonnenschein - in den Skiregionen dagegen bereitete das Dezemberwetter eher Sorgen. Die Liftbetreiber fürchteten um ihren halben Jahresumsatz. Nicht nur, dass es keinen natürlichen Schnee gab - selbst für Kunstschnee war es bisher einfach zu warm. (Residenz, 28. Dezember)

So warm, dass es auch noch spät im Jahr blühte, als wäre der Frühling gerade angebrochen. Tausendschönchen und Primeln waren zu früh dran. Die Stiefmütterchen dagegen trotzen auch mal schlechterem Wetter - aber so weit öffnen sie ihre Blüten nur, wenn es wirklich mild ist. (Dachauer Schlossgarten, 28. Dezember)

Verwirrung gab es auch bei einigen Sträuchern und Bäumen. Botaniker erklären die Frühblüher im Dezember damit, dass die wenigen kalten Tage Ende Oktober mit einer Ahnung von Schnee der Natur den Winter signalisierten. Dann aber, bei mindestens zehn Grad plus, war die Winterruhe erst einmal vorbei. (Dachauer Schlossgarten, 28. Dezember)

Dass es jetzt anders wird, das lässt sich vor allem in der Kälte der Nacht erahnen und morgens früh, wenn es neblig ist. Der letzte Tag des Jahres bringt bayernweit Regen, heißt es beim Deutschen Wetterdienst. Dabei kann es auf den Straßen gefährlich glatt werden. Wer in der Silvesternacht das Feuerwerk im Freien erleben will, sollte sich also nicht nur warm anziehen, sondern auch den Regenschirm bereithalten. (Dachau, Straße nach Pellheim, 29. Dezember)