München heute:Sexismus im Bierzelt / Warum Apple immer stärker auf München setzt

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München heute: Wenn viel los ist in den Zelten, fallen die Hemmungen.

Wenn viel los ist in den Zelten, fallen die Hemmungen.

(Foto: Brigitte Saar/imago/Bearbeitung: SZ)

Nachrichten und Lesenswertes aus der Stadt.

Von Katharina Haase

31 Sexualdelikte verzeichnete die Polizei auf der Theresienwiese in der ersten Oktoberfest-Woche. Die Zahl ist gestiegen seit der letzten Wiesn 2019, ebenso wie die Zahl der Frauen, die im "Safe Space" hinter dem Schottenhamel-Festzelt bereits Hilfe gesucht haben. Zur Wiesnhalbzeit waren es doppelt so viele, wie noch vor drei Jahren. Einerseits ist das gut, denn es zeigt, dass Frauen anfangen, sich ihrer Grenzen und Rechte bewusst zu werden und sich die Hilfe holen, die sie brauchen. Andererseits ist es erschreckend, wie viele Frauen noch immer auf dem Oktoberfest in die Situation kommen, derartige Hilfe in Anspruch nehmen zu müssen.

Immer wieder gibt es Versuche, Volksfeste zu einem besseren Ort für Frauen zu machen, frei von Sexismus, Angst und Gewalt. Viel Gutes hat sich bereits etabliert, wie meine Kollegin Laura Kaufmann zusammengetragen hat (SZ Plus), sei es von Hilfsangeboten bis zur sich ändernden Dirndl-Mode. Doch noch immer gibt es sexistisches Liedgut und derbe Anzüglichkeiten und Frauen werden beleidigt, begrapscht, im schlimmsten Fall missbraucht.

Besonders hart trifft es dabei die weiblichen Festzelt-Bedienungen, die sich täglich der betrunkenen Masse an Bierzeltgästen aussetzen. Meine Kollegin Lisa Sonnabend und ich haben mit einigen von ihnen gesprochen. Die Berichte, die die Bedienungen teils unter Tränen zu Protokoll gegeben haben, sind erschreckend (SZ Plus). Sie zeigen: Das Bewusstsein vieler Oktoberfest-Besucher, dass Frauen wie Männer gleichermaßen unbehelligt auf der Wiesn miteinander feiern sollten, ist gestiegen. Doch der Weg zu einer Wiesn, frei von Sexismus und Übergriffigkeiten an Frauen, scheint noch ein langer zu sein.

OKTOBERFEST IN MÜNCHEN

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