Bezirksausschuss:Was von der Wiesn übrig bleibt

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Bezirksausschuss: Die Wiesn 2022 war zwar weniger gut besucht als früher, aber den Anwohnern stinkt es trotzdem.

Die Wiesn 2022 war zwar weniger gut besucht als früher, aber den Anwohnern stinkt es trotzdem.

(Foto: Robert Haas)

Müll, Fäkalien, Verkehr: Der Bezirksausschuss Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt zieht eine kritische Bilanz des Oktoberfests 2022 - und verlangt Verbesserungen von der Stadt.

Von Julian Raff

Auch wenn es wetter- und coronabedingt auf der 2022er Wiesn eher ruhig zuging, sehen die Lokalpolitiker im Bezirksausschuss Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt ihre Mitbürger mit den Begleiterscheinungen unnötig allein gelassen und schlagen Verbesserungen vor: Dass Mülleimer und Wertstoffcontainer rund um den Festplatz aus Sicherheitsgründen abmontiert werden müssen, versteht sich. Unklar bleibt aus BA-Sicht, warum dies rund um die St.-Pauls-Kirche geschehen ist, nicht aber am Bavariaring.

Sollte der Abbau rund um St.-Paul jedenfalls weiterhin nötig sein, bittet der BA darum, den Platz anschließend gründlich zu reinigen und die Container sofort wieder aufzustellen. Im Kirchenbereich, aber auch am Esperantoplatz, an der Ecke Bavariaring/ Pettenkoferstraße und am "Forum" Ecke Schwanthalerstraße/ Theresienhöhe, habe dies 10 Tage gedauert.

Ein noch ekligeres Entsorgungsproblem bleibt die Entleerung sämtlicher Verdauungsorgane rund um den Festplatz. Hier würden Mobiltoiletten ebenso helfen, wie Warnschilder mit Hinweis auf entsprechende Geldstrafen - per Text, Piktogramm, und am besten noch zusätzlich auf Englisch und Italienisch. Entsprechend mehrsprachig sollte auch die Sperrbeschilderung für Autofahrer gehalten sein, die vielleicht auch nicht zu Wendemanövern am Ende von Sackgassen gezwungen wären, wenn die Polizei Zufahrtsberechtigungen bereits an den Einfahrten zur Sperrzone kontrollieren würde. Mehr Polizeipräsenz im Umfeld mahnt der BA sonst vor allem in der Landwehrstraße an, wo in Sachen Verkehrschaos und Anwohnerbelästigung erfahrungsgemäß "alles zusammen kommt".

Das Gremium listet noch weitere Verbesserungsvorschläge auf, von der schnelleren Abholung der E-Roller an überfüllten Sammelstellen, über verstärkten Schutz vor Lärm aus der umliegenden Gastronomie, bis hin zu besser ausgebildeten Wachleuten an den U-Bahnen.

Während sich die Lokalpolitiker hier den einen oder anderen konkreten Schritt erhoffen, ist ihnen klar, dass ihr "Nein" zur 18-Tage-Wiesn 2023 wohl nicht gehört wird. Da der 3. Oktober 2023 auf einen Dienstag fällt, wird das Fest wahrscheinlich um die beiden Tage verlängert, per Ausnahmegenehmigung, wie 2000, 2006 und 2017. Die Bonuszeit sollte also wenigstens in Form von Familientagen angeboten werden. Außerdem plädiert der BA dafür, einen Teil der Mehreinnahmen den Anwohnern zugute kommen zu lassen, als Finanzierung der im Katalog geforderten Maßnahmen - und am besten zusätzlich als Spende an lokale Einrichtungen.

Für die Zukunft hoffen die Anwohnervertreter auf eine zeitlich entspanntere Diskussion: Auch, weil die jüngste Wiesn gar so gedämpft ausfiel, drängt das Wirtschaftsreferat bei der anstehenden Verlängerung auf einen Eilentscheid. Dies müsse ja beim Blick in den Kalender wirklich nicht sein, erklärt der BA und weist schon einmal auf 2028 hin, wenn der Tag der Deutschen Einheit wieder auf einen Dienstag fällt.

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