So voll wie an einem sonnigen Samstag auf dem Viktualienmarkt ist es auf dem neuen Interimsmarkt am Wiener Platz noch nicht. Seit aber die Händlerinnen und Händler das Ausweichquartier oberhalb des Maibaumes bezogen und ihre Stände am vergangenen Wochenende wiedereröffnet haben, zieht der Markt aktuell mehr Besucherinnen und Besucher an als sonst.
Der hohe Bauzaun zur Inneren Wiener Straße hin scheint die Laufkundschaft nicht abzuschrecken, im Gegenteil: Er macht sie neugierig auf das Dahinter – und das kann sich sehen lassen. Die Container, die schon auf dem Elisabethmarkt während dessen Sanierung als temporäre Marktstände zum Einsatz kamen, haben einen grünen Anstrich bekommen und wurden im Rondell um den Fischerbuberl-Brunnen herum aufgestellt.
Der Brunnen ist abgedeckt und wird es auch im Sommer bleiben, wie eine Sprecherin der Märkte München mitteilt, denn dessen Leitung versorgt die Interimsstände mit Frischwasser. Dafür bieten seine Holzverkleidung und das Podest, das ihn umgibt und über das die Stände miteinander verbunden sind, viele Sitzmöglichkeiten.
Hier lässt es sich bei dem überwiegend gastronomischen Angebot gut verweilen: Die Speckhütte La Baita bietet Südtiroler Spezialitäten an sowie verschieden belegte Focacce, Piadine und Tramezzini; bei Hotel Sol gibt es frisch gepresste Säfte, bei Suuapinga kann man die Mittagspause mit einem Kaffee und selbstgebackenen Kardamom-Knoten ausklingen lassen und bei Wein trifft Schokolade versteht sich das Angebot von selbst.
Außerdem kann man nach wie vor bei Banandi Obst und Gemüse kaufen und auch die hübschen Frühlingssträuße vom Blumenhäusl sollte man nicht verpassen. Damit sind sechs der acht ursprünglichen Marktstände ins Übergangsquartier umgezogen. Nur ein Delikatessengeschäft und das Fischhäusl haben sich dagegen entschieden, wobei Letzteres nach der Sanierung auf den Markt zurückkehren will. Ende 2027 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein (Markt am Wiener Platz, Innere Wiener Straße 19, Montag bis Freitag 8 bis 18 Uhr, Samstag je nach Standl bis mindestens 12 Uhr).

Auch der Sendlinger Luise-Kiesselbach-Platz mausert sich in diesen Tagen zum Ausflugsziel. Vor wenigen Wochen hat dort in einem ehemaligen Toilettenhäuschen das Café Backsteinchen eröffnet. Acht Monate wurde das marode Backsteingebäude saniert. Nun können dort die Gäste Kaffee, Kuchen und Spritz im Liegestuhl genießen, während Kinder mit dem Rad über den großen Platz fetzen und Erwachsene auf der Wiese Volleyball spielen oder es sich auf einer Decke gemütlich machen.
„So ein lässiger Ort hat hier noch gefehlt“, findet Alexa Steinke. Zusammen mit ihrer Schwester Laura Steinke und Marlit Pfeiffer hat sie bereits das Café Steinchen und die Bar Die Perle in Laim betrieben. Das Backsteinchen sei nun sozusagen „das Beste aus beidem“, sagt Steinke. Bald soll auf dem Dach des Backsteinchens eine Art Wintergarten entstehen – überdacht, verglast und beheizt – damit auch an regnerischen Tagen und im Winter auf dem Platz Leben einkehrt (Backsteinchen, Donnerstag bis Sonntag 15 bis 21 Uhr, www.backsteinchen.com).
Wer es bisher noch nicht zum Flughafen geschafft hat, um dort in den Genuss von Marcel Tauscheks Küche im Sterne-Restaurant Mountain Hub Gourmet zu kommen, hat am 9. Mai die Gelegenheit, ihn an einem zentraleren Ort in München zu erleben. An diesem Abend serviert er in der Juliet Rose Bar im Hilton Hotel am Rosenheimer Platz ein Fünf-Gänge-Menü, das vom Barteam mit auf die Speisen abgestimmten Cocktails begleitet wird. Alle Drinks wurden eigens für die Gänge dieses Menüs kreiert und sind auf Wunsch auch in alkoholfreier Variante erhältlich.
Zum Shortrib mit Brokkoli und Zwiebel im Hauptgang etwa reicht die Juliet Rose Bar einen Cocktail aus Bourbon, Litschi-Püree und Sojasoße mit Pumpkin-Spice-Agave; und das Dessert mit Erdbeere, Vanille und Zitrone wird von einem Drink aus Limoncello, Vanille-Joghurt, Balsamico und frischem Basilikum abgerundet. Wie schön, dass eine spannende Getränkebegleitung inzwischen auch ohne Wein auskommt (A Michelin Mixology Liaison, Juliet Rose Bar, Rosenheimer Straße 15, am 9. Mai ab 18 Uhr, 245 Euro p.P., Tickets über www.julietrosebar.com und www.mountainhub.de).

