Im Schweizer Jura wurde Pyotr Kropotkin zum Anarchisten. Zumindest hat es der russische Geograf und Schriftsteller so in seinen "Memoiren eines Revolutionärs" erzählt. Wie das in etwa vor sich ging, kann man in Cyril Schäublins Spielfilm "Unruh" erleben, der vom 6. bis 11. Januar als München-Premiere im Werkstattkino läuft. Am 10. Januar stellt der Schweizer seinen auf der Berlinale und der Viennale preisgekrönten Film persönlich vor. Darin geht es neben Kropotkin auch um Josephine Gräbli, die in Saint Imier in einer Uhrenfabrik arbeitet. Dort stellt sie die Unruh her, das Schwingsystem und mechanische Herz einer Uhr. Im Jahr 1877 lernt sie Kropotkin kennen, gemeinsam geben sie sich anarchistischen und pazifistischen Ideen hin. Was Schäublin, der selbst aus einer Uhrmacher-Familie stammt, in unbewegten, dezentral komponierten Tableaus schildert. Das Ergebnis ist ein vielschichtiges und sympathisches Werk, das zeigt: Es gäbe da auch noch andere Konzepte von Zeit und Arbeit.
Unruh, 6. bis 11. Jan., 20 Uhr, Werkstattkino, Fraunhoferstr. 9, werkstattkino.de