bedeckt München 24°
vgwortpixel

Werkstattbesuch im Glockenbachviertel:Duo mit Cello und Geige

Dorothea Stumpf und Matthias Bergmann teilen Arbeit und Leben

Dorothea Stumpf hat als Kind zuerst Klavier gelernt, dann Geige. "Das war anfangs kein Spaß", erzählt sie, "mir stand der Schweiß auf der Stirn, allein die Körperhaltung ist ja anstrengend, und die Töne hören sich zu Beginn schrecklich an." Doch sie blieb dabei. Vielleicht war es ihr Geigenlehrer, der sie immer wieder motivierte, meint sie rückblickend, und zudem sammelte er auch noch alte Instrumente. Das weckte ihr Interesse. "Ich wollte dann etwas mit Musik machen, aber Geige studieren und acht Stunden täglich üben, das war nicht meins." Deshalb lernte sie in Mittenwald Geigenbau und traf dort ihren späteren Mann, Matthias Bergmann. Der hatte vorher schon in München Holzbildhauer gelernt. Weil er Cello spielte, verlegte er sich auf den Instrumentenbau, "man kann dort ja auch sehr kreativ sein, hat aber doch ein gewisses Auskommen", sagt er. Und von der Holzbildhauerei profitiert Bergmann noch heute - so bietet er etwa seinen Kunden an, individuell gestaltete Köpfe anstelle der Schnecke für die Instrumente zu schnitzen - auch wenn dieses Angebot, wie er sagt, nur selten abgerufen wird.

Die Gesellenzeit verbrachte Dorothea Stumpf in München, Matthias Bergmann in Hamburg und Heidelberg. 2010 machten beide ihren Meister, seither betreiben sie ihre gemeinsame "Klang-Werkstatt" in München im Glockenbachviertel. Sie baut, repariert und restauriert Geigen, er Celli. Jeder stellt sein eigenes Instrument her, betonen sie, "sonst gäbe es vermutlich nur Konflikte". Denn jedes Stück ist ein Unikat. "Selbst wenn man das Holz aus dem selben Baum nimmt und Modalanalysen zum Schwingungsverhalten machen würde, so klingt doch jedes fertige Instrument einzigartig." Hausmusik machen die beiden allerdings gemeinsam. Zwei Jungs, fünf und sieben Jahre alt, gehören zur Familie, "sie sollen aber selbst entscheiden, welches Instrument sie lernen wollen. Ich will da keinen Druck machen", sagt ihre Mutter. Noch haben sie sich nicht festgelegt und toben lieber im Freien herum.