Werbetour des Kulinarik- und Kunstfestivals Gerichte mit Geschichten

Drei Spitzenköche: Hans-Peter Wodarz, Hans Jörg Bachmeier und Eckart Witzigmann (von links).

(Foto: Robert Haas)

Wie einst in den Siebzigern: eine Art Klassentreffen der Münchner Haute Cuisine

Von Franz Kotteder

Manchmal gibt es Ereignisse, die handeln sehr viel von dieser Stadt, obwohl es bei ihnen eigentlich nicht um München geht. Am Donnerstag geht es im Restaurant Blauer Bock um das große Kulinarik- und Kunstfestival, das schon zum vierten Mal zwischen August und September in St. Anton am Arlberg in Österreich stattfinden wird. Drei Wochen lang kann man dort 40 Spitzenköche, viele Winzer von Weltruf und viele Künstler antreffen - wie zum Beispiel Geraldine Chaplin, Neo Rauch und David Knopfler. Gérard Depardieu ist der eine Schirmherr, man sieht ihm inzwischen deutlich an, dass er gerne gut isst.

Der andere Schirmherr ist Eckart Witzigmann, der Jahrhundertkoch aus München. Und wenn das Festival auf Werbetour geht, dann sind da bei der Münchner Station selbstverständlich auch der Spitzenkoch Hans-Peter Wodarz und die Sommelière Paula Bosch dabei, um ein Haar wäre auch noch Heinz Winkler, Witzigmanns Nachfolger im Gourmetrestaurant Tantris, gekommen.

Eine Art Klassentreffen der Münchner Haute Cuisine ist es auf alle Fälle. Hans-Peter Wodarz erzählt mit einem Lachen von seinem ersten Besuch im Tantris 1971, "damals war ich Koch im Partyservice, das hat den Eckart nicht besonders beeindruckt, kann man sagen". Dann fing er selbst im Tantris an, "zu einem Viertel des Gehalts, das ich vorher hatte", und machte sich mit dem berühmten Gourmetlokal Ente im Lehel selbständig, das er später unter dem Namen Ente vom Lehel in Wiesbaden weiterführte. Wodarz sagt, er sei nach wie vor begeisterter SZ-Leser, seit einer der damaligen Chefredakteure, Robert Leicht, eine Kostprobe über sein Lokal schrieb: "Von da an ging es aufwärts!"

Witzigmann erzählt von gemeinsamen Einkaufsreisen der Münchner Sterneköche nach Paris und wie sie an der Grenze die geschlachteten Bresse-Poularden noch schnell von Köpfen und Füßen befreien mussten, weil die nicht nach Deutschland eingeführt werden durften. Wodarz erinnert sich an die Einladung der chinesischen Regierung an Witzigmann und ihn. "Da gab es ein Ragout von Schlange und Katze", erzählt Witzigmann, "und das für den Katzenfreund Wodarz!" Man hätte dabei sein wollen ... Noch lieber allerdings bei jenem Abendessen, bei dem Wodarz für Paul Bocuse, Marc Haeberlin und die Brüder Troisgros bayerische Spezialitäten kochte. Witzigmann findet es immer noch peinlich, dass die Stadt damals keinen Empfang für die berühmtesten Köche der Welt gab. "Aber dafür bekamen sie von uns nach dem letzten Gang dicke Zigarren", sagt Wodarz.