In München ballen sich heuer spannende Veranstaltungen und Auftritte rund um den 8. März. Dieser Tag hat von „Internationaler Frauentag“ bis „feministischer Kampftag“ viele Bezeichnungen, und auch die Bandbreite an Events reicht von Partys bis Diskussionsformaten.
In der Roten Sonne treten am Samstag, 8. März, ausschließlich Frauen auf, darunter die DJ 9Laley und Nagini aus München, die gemeinsam auflegen werden. Die beiden jungen Frauen haben sich dem Genre Trance verschrieben – und dem Ziel, mehr Möglichkeiten für junge und aufstrebende Talente zu schaffen. Das verwirklichen sie mit ihrem Musiklabel Synthx, das sie mit Mistreitern führen, und mit eigenen Partyreihen.
Nina Leske alias 9Laley legt seit zwei Jahren auf. „Ich erinnere mich noch, wie aufgeregt ich in meiner Anfangszeit war, wenn ich in großen Clubs wie dem Bahnwärter Thiel aufgelegt habe“, sagt sie, „ich dachte mir, es wäre so cool, wenn andere junge DJs diese Möglichkeit auch hätten.“ Mit ihrer Reihe „Melomania“ bringt sie noch unbekanntere Kolleginnen und Kollegen in die etablierten Clubs, die in Zusammenarbeit mit Infinitystar Entertainment läuft, die Leske unterstützen.
Mit ihrem Konzept setzt Leske sich einem Branchentrend entgegen, der vielen Veranstaltern, auch jenseits der elektronischen Musik, zu schaffen macht: „Bei unseren Synthx-Veranstaltungen habe ich gemerkt, wie groß der Druck ist, einen möglichst krassen Headliner zu haben, um Tickets zu verkaufen.“ Ihr Ziel war schnell klar: „Ein Line-up ohne Headliner, bei dem trotzdem viele Leute kommen.“
Während bei „Melomania“ mehrere Genres, etwa diverse Techno-Richtungen von Industrial Techno bis Peak Time Techno, gespielt werden, hat Leske ihren Fokus auf Trance schon früh gefunden. „Das Genre war von Anfang an klar. Das war für mich immer Trance“, sagt sie, „aber innerhalb des Spektrums habe ich mich mit der Zeit verändert.“ Ihr Stil ist schnell und energetisch, manche Sequenzen klingen fröhlich bis verträumt, andere härter und zackiger.
Sie habe schon früher oft Lob für ihre Musikauswahl bekommen, wenn sie auf Partys für die Musik aus der Bluetooth-Box verantwortlich war. Als Freunde von ihr begannen, mit Mischpulten zu experimentierten, entdeckte die Auszubildende ihre Liebe zum Auflegen und kaufte sich auch eins. „Ich stand nach der Arbeit stundenlang am Mischpult und hab’ mich an Übergängen versucht. Das hat mir mehr Spaß gemacht als Netflix gucken oder Instagram scrollen“, sagt sie und lacht.
Aus diesem Hobby ist nun sehr viel mehr geworden. „Bei Synthx machen alle alles“, sagt sie über das junge Label, das diesen Monat ein Album herausbringt, auf dem Stücke verschiedener Produzenten zu hören sind. Leske schreibt Künstler und Produzenten an, kümmert sich um Veröffentlichungen. Nebenbei hat sie mit der Arbeit an einem eigenen Album begonnen. Bevor das veröffentlicht wird, spielt sie erst mal mit Gina Nagy am Samstag in der Roten Sonne. „Wir wollen ein richtig schönes Set spielen“, sagt Leske, der die Vorfreude auf den Abend anzuhören ist. Die beiden haben sich diese Woche schon getroffen, um gemeinsam aufzulegen und sich musikalisch einzustimmen.
Die beiden sind in guter Gesellschaft: Neben den DJs Anxa, Artifex und Fej:tal tritt auch die Sängerin Sara4k aus Bremen auf, deren Genremix unter anderem Techno und Rap-Anteile enthält.
Rote Sonne pres. International Women’s Day, Samstag, 8. März, Rote Sonne, ab 23 Uhr, Maximiliansplatz 5

