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Weitere Briefe:Mietfrei im Mai und ein blamabler Aiwanger

Mietfrei im Wonnemonat Mai

Niemand spricht davon, Eigentümern von bis zu zwei Mietwohnungen bei Einkommensausfall auf Mieterseite einen Nachlass oder gar einen Erlass von Mietforderung aufzubürden, wie Herr Stürzer vom Hausbesitzerverein warnt ("Klopapier inklusive", 25. März). Möglicherweise sind die Wohnungen dieser "Kleineigentümer" ja noch nicht einmal abbezahlt. Vielleicht sind es sogar auch gerade solche Vermieter, die einem "Corona-Bedürftigen" zu allererst einen Nachlass oder Erlass zukommen lassen.

Aber ist es in diesen Zeiten, in denen es so oft um das Wort Solidarität geht, nicht dringend erforderlich, nicht nur die Lohn- und Einkommensseite für die explodierende Staatsverschuldung zahlen zu lassen, sondern auch die kapitalgebundene Einkommensseite an den Kosten der Krise angemessen zu beteiligen?

Die Bundesregierung sollte den Satz "Eigentum verpflichtet" des Grundgesetzes (Artikel 14, und dort insbesondere Absatz 2 und 3) ernst nehmen und per Verfügung die Vermieter an den Corona-Gesamtkosten beteiligen. Die horrende Staatsverschuldung, die bislang nur von Nicht-Steuerabzugsberechtigten bezahlt werden muss, wird von denen allein nicht zu bewerkstelligen sein.

Ob eine Initiative "Mietfrei im Wonnemonat Mai" freiwillig insbesondere von mittleren und großen Hauseigentümern befolgt werden würde, ist nicht zu erwarten. Deshalb muss sie der Staat per Verordnung dazu bringen, die Miete auf Nachweis zu erlassen und keine Almosenempfänger und Bittsteller aus uns zu machen. Und natürlich müssen auch alle anderen kapitalgebundenen Einkommen dringend an den Coronakosten beteiligt werden! Robert Philipp, Pöcking

Blamabler Minister

Herr Aiwanger hat gesprochen, ohne vorher zu denken ("Aiwanger will ,raus aus der Nummer'", 27. März). Aber von jemandem, der von Messern meint, die solle jeder "anständige Mann und jede anständige Frau" weiterhin mitführen dürfen, kann man nichts Besseres erwarten. Die Aussage, dass er "raus aus der Nummer will", ist in der derzeitigen Krise, wo es um Leben und Tod geht, so was von daneben, dass es schon weh tut. Herr Aiwanger wäre gut in der Gesellschaft von Herrn Trump vorstellbar, da könnte er den Stuss, den Mr. President von sich gibt, noch vervollständigen. Herr Söder, mit diesem Minister können Sie sich nur blamieren. Elke Meltl, Kolbermoor

Als gäb's nicht Wichtigeres

"Ries-Krater soll bei Mars-Mission helfen" vom 9. März, "Auf zum Mond" vom 10. März: Ist denn unsere Welt nicht Mission - Aufgabe, Auftrag, Bestimmung, Pflicht, Verpflichtung, Obliegenheit (Duden) - genug? Auf zum Mond; und dann? Wie lautet der nächste Nonsens? (Synonyme für Nonsens: siehe Duden) Michael Mieslinger, Eichenau

© SZ vom 06.04.2020
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