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Weitere Briefe:Hochhaus-Fragen und das Mebis-Menetekel

Exklusiv, aber nicht nötig

Frau Professor Wolfrum ist in ihrer Meinung zu unterstützen ("Hochfliegende Pläne", 5./6. Januar). Ein so großes und für die Stadt bedeutendes Bauprojekt (die beiden 155-Meter-Türme an der Paketposthalle in München; d. Red.) ohne einen städtebaulichen Wettbewerb durchzuführen, ist indiskutabel, skandalös und darf so nicht akzeptiert werden. Die Behauptung des Investors, die Sanierung der Paketposthalle und die öffentliche Nutzung sei nur durch eine Querfinanzierung mit dem Bau von Hochhäusern möglich, zeigt die Dringlichkeit eines Wettbewerbs. Es sind Ideen gefragt. Man hat den Eindruck, dass bei diesem Projekt (wieder) einiges in die falsche Richtung läuft und das Bedürfnis der Stadt nach bezahlbarem Wohnraum für die Bevölkerung nicht berücksichtigt wird. Wenn die Stadt keine klare Kante zeigt und kein Wohnrecht für Sozialwohnungen oder Wohnungen nach dem München-Modell einfordert, werden ausschließlich Eigentumswohnungen für mindestens 25 000 Euro je Quadratmeter entstehen, die sich die Superreichen dieser Welt als Zweit- oder Drittwohnung leisten. Oder sie parken nur ihr Geld in dem Investment. Die Folgen werden sein, wie bereits in London in den Hochhäusern an der Themse, aber auch am Gärtnerplatz im "The Seven" zu besichtigen ist. Die Eigentümer gucken vielleicht mal für zwei, drei Wochen im Jahr vorbei, in der restlichen Zeit des Jahres stehen die Wohnungen leer. Volker Schay, München

Mebis und das Ministerium

Wenigstens läuft Mebis ("Erklärung Nummer acht", 9. Januar). Aber warum Performance zu Zeiten der hyper-skalierbaren Cloud-Anbieter nach einem Jahr immer noch ein Problem ist, ist mir als IT-Berater schleierhaft. Zudem fehlt den Schulen Unterstützung aus dem Kultusministerium (KuMi) für den Distanzunterricht. Bei MS-Teams gibt es immer wieder Bedenken wegen Datenschutz, die Verantwortung wird an die Lehrer delegiert. Hier vermisse ich eine klare Ansage des KuMi, dass Video per MS-Teams zumindest während Corona gestattet ist. Das KuMI fordert den Einsatz, aber drückt sich vor der Verantwortung. Vielleicht bräuchte das KuMi etwas mehr IT-Expertise statt Juristen? Peter Schaumann, München

Integrativer Religionsunterricht

Gutmenschen in den verschiedenen Religionen werden begeistert sein über ein interkulturelles und interreligiöses Zentrum (2./3. Januar, "Eine Kirche für alle Religionen"). Hardlinern in den Religionen hingegen wird dieses Zentrum ein Teufelswerk sein. Viel wichtiger wäre, den konfessionellen Religionsunterricht endlich abzuschaffen und durch allgemeinen Religionsunterricht zu ersetzen. Schon der christliche konfessionelle Religionsunterricht hierzulande ist diskriminierend und trägt bei zur Ausgrenzung und Diffamierung von Minderheiten. Besonders in Gegenden zu spüren, wo eine Glaubensrichtung dominiert. Franz-Xaver Thielmann, Feldkirchen-Westerham

© SZ vom 16.01.2021
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