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Weitere Briefe:Ein paar Kontakttipps für die Münchner SPD

Was die SPD alles vergisst

Tja, im Wahljahr 2008 wurde ein wohlbestelltes Haus mit 39 SPD-Stadträten/-innen an die neue Stadtrats-Riege übergeben. Deren Arbeit wurde also bei der Wahl honoriert. Aber ab 2014 ging es nur noch abwärts ("Rot in Bedrängnis", 20./21. Februar)! Warum? Vom Laptop aus gewinnt man keine Wahlen. Direktkontakt mit Sozialverbänden, Lehrer- und Elternvereinen, Mieterverein, Sportvereinen und so weiter ist die Basis für einen Wahlerfolg.

Antworten wie "der Stadtrat ist ein Ehrenamt, und dafür haben wir keine Zeit", sind unklug. Grünwähler und -innen werden niemals SPD wählen. Deshalb Schluss damit, das Echo der Grünen zu machen. Diese alten und "unmodernen" Stadträte und Stadträtinnen wussten das und wurden von den Wählern und Wählerinnen belohnt. Diese Wähler/-innen gibt es doch noch, aber die wenden sich von der (nur noch jungen und modernen?) SPD ab? Die Landeshauptstadt München ist der größte Arbeitgeber. Ein Spruch des ehemaligen Oberbürgermeisters Kronawitter war: "Vergesst mir die Verwaltung nicht! Die Verwaltung hat viele Stimmen." Auch mit ihr hat die SPD sich's teilweise verscherzt. Das Schul-und Sportreferat hergeben - was für ein Wahnsinn!

Meiner guten alten SPD (Ida Hochstätter war in München für die SPD Stadträtin von 1990 bis 2008; d. Red.) wünsche ich alles Gute - es wird auch wieder aufwärts gehen! Ich bin mir sicher, die Menschen werden uns jetzt und nach der Pandemie wieder brauchen. Vergesst die Bildung, die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen sowie die Gewerkschaften und Personalräte nicht. Glück auf!

Ida Hochstätter, München

Erholungs-Bedürfnis

Der Artikel "Der Park fürs Volk" (19. Februar, Serie Stadtspaziergänge) macht zweifelsohne Lust auf den Englischen Garten. Man fragt sich aber, ob es nötig ist, einen Park vorzustellen, der so überlaufen ist wie der Englische Garten. Es dürfte nur wenige Tage in diesen Corona-Zeiten geben, in denen man, selbst im Nordteil, noch Ruhe finden kann. Denn nicht nur erholungssuchende Jogger und Spaziergänger häufen sich dort, sondern fast noch mehr Hunde! Ja, man hat den Eindruck, es handle sich in erster Linie um eine Freilauffläche für Hunde, die ja nicht an der Leine geführt werden.

Die Hinterlassenschaften der beliebten Hausgenossen düngen dabei natürlich die Rasenflächen. Wo die vielen Menschen derartige Verdauungsprobleme lösen, ist der Parkverwaltung wohl auch egal, denn im gesamten Park gibt es kein WC, nachdem alle Gasthäuser ihre Toilettenanlagen geschlossen haben. Dabei halten wir uns für ein zivilisiertes Land. Das nur als Ergänzung zu dem sonst sehr einladenden Artikel. Johann Betz, Freising

© SZ vom 25.02.2021
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