Marienplatz: Die große Überraschung

Der Christkindlmarkt am Marienplatz ist der älteste und größte Markt Münchens. Auch wenn das traditionelle Ambiente nicht den Anschein erweckt, lassen sich unter dem hell erleuchteten Christbaum viele verschiedene vegane Stände entdecken. Bei „Wurst-Michl“, obwohl der Name wohl etwas anderes andeutet, gibt es neben Fleischgerichten auch eine große Auswahl an veganen Speisen – von Leberkässemmeln, die von der hauseigenen Metzgerei hergestellt werden, bis zu Gemüsepflanzerln (4,50 Euro).
Die vegane „Laxsemmel“ besticht durch ihren Preis von fünf Euro. Damit ist sie das günstigste Essen im Weihnachtsmarkt-Check. Der „Lax“ auf Basis von Erbsenprotein kommt dem echten Fischgeschmack nahe, auch die vegane Mayo überzeugt. Allerdings kann die Semmel nur von Menschen genossen werden, die Lust auf eine Vielzahl roher Zwiebeln haben. Zudem müssen sich Kunden auf einen starken Fleischgeruch am Stand einstellen.

Ein klassisches Lebkuchen-Rezept schreibt oft Honig und Eier vor, beim Stand „Gut zum Leben GmbH“ gibt es diesen aber auch ohne tierische Produkte und dafür in Bio-Qualität. Fünf Lebkuchen kosten 15 Euro – ein happiger Preis. Geschmacklich überzeugt die Nascherei aber. Die Schokolade ist knackig, der Teig dünn gepresst und nicht zu süß. Als Mitbringsel für die Familie oder Freunde sind sie sicherlich eine gute Idee.
Auch sonst ist die Auswahl an veganen Angeboten auf dem Marienplatz riesig. Wer sich nicht für Lebkuchen oder belegte Semmeln begeistern kann, wird dennoch fündig. Es gibt vegane Stollen beim „Stollen-Franze“, vegane Crêpes bei „Die Lebkuchenbäckerei“ oder Altbayrische Auszogne aus Bio-Mehl bei „Feinkost Winter“.
- Mehr Infos: Münchner Christindlmarkt 2025 - Informationen und Programm – christkindlmarkt-muenchen.de
Tollwood: Die reine Vielfalt

Wer glaubt, Glühwein und Bratwurst seien die Stars der Münchner Christkindlmärkte, kann sich auf dem Tollwood Winterfestival vom Gegenteil überzeugen lassen. Das Festival legt beim Essen besonderen Wert auf Bio-Qualität, Nachhaltigkeit und kulturelle Vielfalt – auch ohne tierische Produkte. Zwischen Performance-Bühnen, Konzerten und Kunsthandwerk gibt es mit dem „Esszimmer“ ein ganzes Zelt nur mit vegetarischen und veganen Spezialitäten aus Afrika und Indien, aber auch vegane Currywurst und eine „Ochsen“-Semmel, selbstverständlich ohne Ochse. Trotz der großen Auswahl fiel die Entscheidung auf zwei Klassiker aus Ungarn: Langos und Baumstriezel.
Wie der Name des Standes „Langos“ schon verrät, werden dort seit fast 20 Jahren die klassischen Langos mit Käse, viel Knoblauch und Sauerrahm zubereitet, seit einiger Zeit auch als vegane Variante. Für 9 Euro gibt’s den Teigfladen mit Räuchertofu, Pilzen, Tomaten und Kräutern. Frisch gebacken ist der warme Langos außen knusprig und innen weich. Die vegane Alternative überzeugt zudem mit gut gewürztem Belag. Der Preis zeigt jedoch: Bio-Qualität und Nachhaltigkeit haben ihren Wert.

Zum süßen Kontrast geht es zu „Koplars Baumstriezel“, auf Ungarisch Kürtőskalács, was so viel heißt wie „Schornsteinkuchen“. Der Hefeteig wird traditionell auf eine Holzrolle gewickelt, über heißer Glut langsam gebacken, mit Öl bestrichen und schließlich in Zucker oder anderen Toppings nach Wahl gewälzt. Eigentlich bestehen Baumstriezel aus Milch, Butter und Ei – hier gibt es jedoch die vegane Variante mit veganer Schokocreme, frisch zubereitet und karamellisiert. Für 8,90 Euro kein Schnäppchen, aber zumindest eines, das schmeckt. Das Tollwood ist für Veganer eine Adresse die überzeugt.
Bahnwärter Thiel: Die hippe Schiene

Auf dem Weihnachtsmarkt des Bahnwärter Thiels können Besucher neben Kunsthandwerk und Livemusik eines DJs auch veganes Essen genießen. Die „Vegane Fleischerei“, die zudem einen Standort in der Frauenstraße in München hat, bietet vegane Currywurst, Bratwurst und Leberkäse inmitten der Zugromantik an.
Für den Check fiel die Entscheidung auf den Klassiker der deutschen Weihnachtsmärkte: die Bratwurstsemmel. Wurstliebhaber müssen für die vegane Variante mit Senf und Ketchup allerdings etwas tiefer in die Tasche greifen: Die Semmel kostet 6 Euro. Geschmacklich überzeugt sie aber. Die Bratwurst ist gut gewürzt und erinnert an die originale Variante. Statt knackig präsentierte sich die Konsistenz allerdings überraschend weich, begleitet von einem kräftigen Kümmel-Geschmack, der nicht jedermanns Sache ist. Neben der „veganen Fleischerei“ gibt es auch noch vegane Tacos und Quesadilas bei „Tacocalypse“, sowie vegane Burger bei „Vegan Veg+“.
- Mehr Infos: Mondscheinexpress
Gans Woanders: Süße Verführung

Eine kleine Feuerstelle in der Mitte, Stände aus Holz und das urige Hexenhaus des Cafés Gans Woanders, das ganzjährig geöffnet ist: Der „Winterrausch im Hexenhaus“ bietet Dorfromantik, Livemusik, Feuershows und Workshops. Trotz seiner überschaubaren Größe und rustikalen Atmosphäre ist der Christkindlmarkt in Untergiesing überraschend zeitgemäß aufgestellt. Vegane Pizza, Schupfnudeln, Bratwurst, Waffeln und Kuchen gehören zum Angebot.
Die vegane Waffel, welche es bei Unverträglichkeiten auch glutenfrei gibt, ist frisch gebacken. Die Entscheidung für den Weihnachtsmarkt-Check fiel auf ein Topping aus veganer Sahne und Spekulatius. Das Gebäck schmeckt angenehm mild und ist nicht übertrieben süß. Sie ist beim Test allerdings nicht ganz durchgebacken. Für 4,90 Euro eine süße Nachspeise, die sich lohnt zu probieren, genossen in einer märchenhaften Atmosphäre.
- Mehr Infos: Winterrausch | Gans Woanders
Werksviertel: Industrieller Charme

Zwischen den Hochhäusern und dem Riesenrad hinter dem Ostbahnhof führt der Weg direkt zum „Winterwunderwerk“ im Werksviertel. Ein Weihnachtsmarkt, der nach einer Runde Schlittschuhlaufen oder Eisstockschießen mit kulinarischen Leckerbissen für die nötige Stärkung sorgt. Trotz des urbanen Industriecharmes sorgen die Stände mit zahlreichen veganen Speisen für Weihnachtsstimmung.
Beim Stand „Grillviertel“, dessen Name eher Steak und Bratwurst als vegane Speisen vermuten lässt, stehen Ofenkartoffeln, „Rösti Fries“ und Champignons mit veganer Miso- oder sogar Trüffelsoße auf der Karte. Getestet wurden die Rösti Fries, das sind Kartoffelrösti in Pommes-Form. Mit Misosoße kostet die Portion 7,80 Euro, die „Luxus-Version“ mit Trüffelsoße gibts für 9,80 Euro. Nicht besonders günstig, dafür weit mehr als gewöhnliche Pommes: schön knusprig, kaum fettig und mit dem vollen, puren Kartoffelgeschmack wie das Schweizer Original.
Auch die Soßen punkten mit außergewöhnlichem Geschmack. Es wirkt ein wenig wie Streetfood aus dem Feinkostregal. Und die Portion ist großzügig. Für alle, die es deftig mögen, bietet der Weihnachtsmarkt noch Stände mit veganen Burgern und veganer Bratwurst an.
- Mehr Infos: WinterWunderWERK 2025 – Werksviertel-Mitte
Alte Utting: Kulinarische Weltreise

Wer auf dem Christkindlmarkt in Sendling an Bord geht, findet ein ehemaliges Dampfschiff, das heute mit Feuerstellen, einem vielfältigen Kulturprogramm, Livemusik und veganem Essen überzeugt. Kulinarisch geht es quer über den Globus: von Schnitzel mit Pommes bis zu Currys, arabischen Köfte, Pizzen und Crêpes.
Für Liebhaber des Veganen lohnt sich ein Besuch in der „Afrikanischen Zauberküche“. Dort gibt es westafrikanische Küche mit einfachen Zutaten, frisch gekocht von den herzlichen Betreibern Manell und Sarjo, die den Stand schon seit 2019 führen.
Bei veganen Samosas, einem Mango-Eintopf und „Maffé“, einem Gericht aus Gemüse und cremiger Erdnusssoße, fällt die Wahl auf „Thiou“, einer Spezialität aus Gemüse, Tamarinde und Tomatensoße. Als Beilage können sich Hungrige zwischen Couscous und Reis entscheiden. Das Gericht wird frisch zubereitet, anschließend in großen Töpfen warm gehalten und ist deshalb genau das Richtige bei der Kälte.
Kräftig gewürzt und intensiv im Geschmack ist das westafrikanische Gericht eine gute vegane Alternative zu der üblichen Christkindlmarkt-Kost. Die Tomatensoße mit Brokkoli, Karotten, Aubergine und Kartoffeln ist im Vergleich zu traditionellen Gerichten zudem eine gesunde Wahl. Für 10 Euro geht man dort auf eine kulinarische Reise, die satt macht.
- Mehr Infos: Alte Utting

