Wabi-Sabi-Shibui Das Concept-Store-Bar-Restaurant-Café in der Altstadt

Die Barkeeper mixen nicht nur Drinks, sondern auch Drinksnacks.

(Foto: Robert Haas)

Das Wabi-Sabi-Shibui ist vieles - auch ein Ort, an dem Limettenzesten über Rochenhaut-Hobel gerieben werden.

Von Philipp Crone

Ist das ein Drink oder ein Snack? Wenn sich einem so eine Frage stellt, folgt gleich die nächste: Ist das nun ein gutes Zeichen oder ein schlechtes für diesen Ort? Im seit einer Woche geöffneten Wabi-Sabi-Shibui an der Ludwigstraße 11 ist es ein gutes Zeichen. Aber es sind nicht die einzigen Fragen, die sich einem stellen in diesem Concept-Store-Bar-Restaurant-Café von Klaus Rainer, dem Betreiber der Goldenen Bar am Englischen Garten. "Dieses Konzept findet man in Tokyo immer häufiger."

Der besagte Drinksnack wird in einem Holzkästchen serviert, in der klaren Flüssigkeit liegen zwei aufgespießte rohe bayerische Gambas. Dieser Saketini (12 Euro) besteht aus Sake und Wermut, wird angerührt und in einem Masu-Becher serviert. Und der Geschmack hat mehr mit dem Entdecken von Nuancen zu tun, von herausstechenden Zutaten wird hier keiner erschlagen. In diesem Getränk zeigt sich die Idee dieses Ortes: alles möglichst einfach halten. Wobei das die Sicht des Barprofis Rainer ist und auf den Besucher auch gerne mal anders wirkt.

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Einfach ist auf jeden Fall das Drumherum. Es gibt kein Telefon, man kann nicht reservieren, wer kommt, bekommt einen Platz. Ein für München beinahe revolutionäres Konzept. Die Einrichtung des Raumes ist angenehm übersichtlich. Helle Holzmöbel, eine unverputzte Wand neben pastellgrün gestrichenen Wänden, eine leichte Straßenlaternen-Optik bei der Beleuchtung, ergänzt durch Messing-Regalelemente, auf denen - Concept-Store - auch Waren wie Zeitschriften oder Geschirr zum Verkauf stehen. Tagsüber betritt der Gast ein Café mit eigener Kaffeemischung und Blumenverkauf und kann auf der Terrasse über die Straße hinweg den Besuchern der Schumann's-Bar auf der Gegenseite winken.

Die Mischung der Angebote verändert die Atmosphäre, man sitzt irgendwie eher dabei und nicht mittendrin, und so entsteht eine sehr angenehme Beiläufigkeit.

Am Nachmittag geht es dann zum "Early Drinking", wie Rainer das nennt. Auch hier ist das Angebot einfach: mit nur einer Spirituose jeder Sorte, einem Gin, einem Wodka und nur einer Frucht bestreitet Rainer die Karte. Dazu hat er einige, wie es sich für ein tokyoter Konzept gehört, japanische und antike Spirituosen, etwa alte Whiskys. Frühes Trinken leichter Cocktails, das wird hier angeboten.

Draußen sitzen dann auch die Afterworker mit einem Mizuwari (12 Euro), einem Drink aus Togouchi-Whisky und Wasser. Und wenn die Old-Fashioned-Variante Yamakai mit einer über einen Rochenhaut-Hobel geriebenen Limettenzeste serviert wird, bekommt Einfachheit gleich wieder eine leichte Komplexität. Dabei zeigt der Sonder-Hobel weniger eine zur Schau getragene Extravaganz als eher die Begeisterung der Betreiber für Japan und die dortigen Drinks.

Wer dann nach einem der feinen Ramen-Gerichte (zwischen 13,50 und 16,50 Euro) noch einen ewigen Erinnerungsanker für diesen Ort braucht, der bestellt einen Mermaid Milk Punch (9,50) aus Scotch, Sherry, japanischer Kondensmilch, Bitters und Rote-Beete-Saft: süß, scharf, würzig, sämig, samtig, suppig, surreal.

Ist das jetzt alles wirklich einfach oder nicht? Um das zu klären, muss man wohl einfach wiederkommen.

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