Vorurteile über Studierende: introvertiertDer Informatiker

Von T. Dinkelborg, L. Schmierer

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Sein Zimmer in Garching ist sein Leben. Der Informatiker verlässt es nur im äußersten Notfall. Wenn das Wlan ausgefallen ist, zum Beispiel. Oder wenn er doch an die Uni geht. Das braucht er aber eigentlich gar nicht, denn er weiß längst mehr als sein Professor. Wütend wird er, wenn die Klausur wieder viel zu einfach war und er die Zeit besser zum Programmieren hätte nutzen können.

Soziale Kontakte pflegt der Informatiker nur zu seinem Computer. Wenn es dem schlecht geht, dann geht es ihm auch schlecht. Zur Ablenkung würde er dann gerne Sport treiben. Aber erstens müsste er sich dafür unter Menschen begeben, und zweitens wollte ihn schon zu Schulzeiten niemand in seiner Mannschaft haben.

Hohe Ansprüche an sein Essen stellt der Informatiker nicht. Er besitzt nur eine Herdplatte und genau einen einzigen Topf. Am liebsten isst er aber sein Nutellabrot - und in ganz besonderen Momenten auch mal Spaghetti. Im Leben kommt er irgendwie klar, und für ihn selbst ist das auch völlig zufriedenstellend. Er schämt sich weder für seine kreidebleiche Haut noch für die Pickel im Gesicht. Und sollten sich solche Gedanken doch mal anschleichen, lenkt ihn der Computer ganz schnell wieder ab.

© SZ vom 23.04.2019 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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