Was läuft an Vorträgen in München?Antike Bösewichte und erotische Machtspiele

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Im Film „Basic Instinct“ (1992) entfesseln Michael Douglas und Sharon Stone ein Machtspiel zwischen sexueller Anziehung, Kontrollverlust und Todesangst.
Im Film „Basic Instinct“ (1992) entfesseln Michael Douglas und Sharon Stone ein Machtspiel zwischen sexueller Anziehung, Kontrollverlust und Todesangst. imago images/Everett Collection

Museumsexperten zum Tag der Provenienzforschung, Therapeuten über erotische Machtspiele im Film und Wissenschaftler im „Antiken Duett“ – das sind die spannendsten Vorträge im April in München.

Von Barbara Hordych

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Den Internationalen Tag der Provenienzforschung nutzen Institutionen, um durch Führungen und Vorträge Unrechtskontexte aufzudecken: Die reichen von NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut über Objekte aus kolonialen Zusammenhängen bis zu Enteignungen in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR. Unter dem Titel „Spuren, Zweifel, Entscheidungen: im Gespräch mit dem Forschungsverbund Provenienzforschung Bayern“ geben Experten unterschiedlicher Museen in München am 8. April zwischen 17 und 20 Uhr im Auditorium des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst in Vorträgen und Kurzfilmen Einblicke in ihre Arbeit.

Weil dieses Jagdflugzeug aus dem Ersten Weltkrieg in der Flugwerft Schleißheim NS-Raubgut sein könnte, ging die Fokker D.VII 2025 zunächst für fünf Jahre als Leihgabe in die Niederlande.
Weil dieses Jagdflugzeug aus dem Ersten Weltkrieg in der Flugwerft Schleißheim NS-Raubgut sein könnte, ging die Fokker D.VII 2025 zunächst für fünf Jahre als Leihgabe in die Niederlande. Deutsches Museum

So erläutert Hilke Thode-Arora vom Museum Fünf Kontinente Provenienz- und Restitutionsfragen am Beispiel einer Māori-Skulptur aus Neuseeland, Matthias Weniger vom Bayerischen Nationalmuseum referiert über „Silberrestitutionen – Rückkehr von Alltagsobjekten in geschädigte Familien“ und Bernhard Wörrle vom Deutschen Museum spricht anhand einer Filmvorführung über „Das Geheimnis der Fokker D.VII“. Der Eintritt zu dem Abend ist frei, alle Informationen zum Programm gibt es unter www.arbeitskreis-provenienzforschung.org/tag-der-provenienzforschung.

Cawa Younosi, Geschäftsführer der „Charta Vielfalt“ im vergangenen Jahr beim Nachhaltigkeitsgipfel der Süddeutschen Zeitung in München.
Cawa Younosi, Geschäftsführer der „Charta Vielfalt“ im vergangenen Jahr beim Nachhaltigkeitsgipfel der Süddeutschen Zeitung in München. Lorenz Mehrlich

Vielfalt, Teilhabe und Chancengleichheit sind wichtige Voraussetzungen für eine leistungsfähige Wirtschaft. Doch genau diese Grundlagen werden derzeit massiv angegriffen. In den USA geraten Diversity-Programme unter politischen Druck – mit Folgen, die weit über nationale Grenzen hinausreichen. Jens Schadendorf, Ökonom, freier LGBTQ+-Forscher und Autor, ordnet diese Entwicklungen wirtschaftlich und gesellschaftlich in seinem neuen Buch „Der bedrohte Regenbogen“ (Herder 2026) ein. Am Dienstag, 14. April, diskutiert er um 19 Uhr im Salon Luitpold mit Cawa Younosi über Anti-Diversity in den USA – Impulse für Europas Zukunft. Younosi flüchtete mit 13 Jahren aus Afghanistan. Später studierte er Jura und wurde Personalchef bei der SAP. Heute ist er Geschäftsführer der „Charta der Vielfalt“, dem größten Arbeitgeberbündnis für die Förderung von Vielfalt in der Arbeitswelt.

Anhänger der beliebten Reihe „Antikes Duett – die griechisch-römische Kultur in Wort und Bild“ können sich freuen: Am 14. April um 19 Uhr steht die nächste Ausgabe an unter dem Titel Drunter und drüber – Helden und Bösewichte in der Antike. Anhand eines Kurzvortrags mit archäologischen Informationen zu den Exponaten des Museums für Abgüsse Klassischer Bildwerke und Passagen aus philosophischen und literarischen Texten des Altertums können die Teilnehmenden wieder in die antike Bild- und Gedankenwelt eintauchen – und heutige Phänomene, Emotionen und Themen mit neuen Augen sehen. Das Podiumsgespräch gestalten der Theologe Robert Mucha, Fachgebietsleiter Philosophie und Religionen an der Münchner Volkshochschule, und der Archäologe Sascha Priester in der Katharina-von-Bora-Straße 10.

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Auch die Reihe Film und Psychoanalyse des Filmmuseums erfreut sich seit Jahren regen Zuspruchs. In dieser Saison steht sie unter dem Motto Verlangen. Den Auftakt macht am 19. April um 18 Uhr der Film Intimacy (GB 2001) von Patrice Chéreau, der bei der Berlinale 2001 als bester europäischer Film ausgezeichnet wurde. Er erzählt von einer leidenschaftlichen, bewusst begrenzten Affäre, die Claire (Kerry Fox) und Jay (Mark Rylance) in anonymisierter Nähe ausleben. Die unausgesprochene Verabredung lautet, nicht „mehr“ voneinander zu wollen. Diese bricht Jay eines Tages, als er Claire durch London folgt.

Dazu erörtern die Psychoanalytikerinnen Eva Friedrich und Katharina Leube Fragen von sexueller Anziehung, von Liebe und Begehren, Verlässlichkeit und Bindung. Fortgesetzt wird die Reihe mit dem Erotikthriller Basic Instinct (USA 1992) von Paul Verhoeven mit Sharon Stone und Michael Douglas. Hier verschränken sich Krimihandlung und Begehren zu einem Machtspiel zwischen sexueller Anziehung, Kontrollverlust und Todesangst. Darüber sprechen am 3. Mai die Psychotherapeuten Vivian Pramataroff-Hamburger und Andreas Hamburger.

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