Die Eisenbahnhebebrücke „De Hef“ in Rotterdam sollte 2023 für die Superyacht Koru von Amazon-Gründer Jeff Bezos abmontiert werden. Der 127 Meter lange, 500 Millionen Dollar teure Dreimaster war zu hoch, um unter der historischen Brücke durchzufahren. Aufgrund massiver Proteste wurde der Abbau jedoch nicht ausgeführt, die Yacht musste die Brücke später ohne Masten passieren. Yacht oder nicht Yacht lautet denn auch die Frage, die der amerikanische Journalist Evan Osnos anhand seines gleichnamigen Buchs (Verlag C. H. Beck) am 21. April um 19 Uhr im Amerikahaus erörtert.

Er begibt sich auf die Spuren der Superreichen und gewährt einen so faszinierenden wie beängstigenden Einblick in die Welt der reichsten 0,00001 Prozent der Amerikaner. In ihr gelten neben sehr langen Yachten auch extravagante Partys und katastrophensichere Luxusbunker als Distinktionsmerkmale, dazu kommen Wirtschaftskriminalität jeder Art und immenser politischer Einfluss. Der Eintritt zu der Veranstaltung auf Englisch ist frei, um Anmeldung mit dem Link https://eveeno.com/241374761 wird gebeten.

Nun, vielleicht lohnt sich in diesem Kontext ein Blick in Thomas Manns Erstlingsroman Buddenbrooks. Verfall einer Familie. Die stolze Lübecker Unternehmerfamilie geht über vier Generationen hinweg letztlich an ihrer Dekadenz zugrunde, am Ende steht die Liquidation und damit das Aus der Firma. Thomas Mann war erst 26, als er seinen Gesellschaftsroman veröffentlichte, der ihm 1929 den Nobelpreis für Literatur einbrachte. Unterhaltsam und pointiert schildert er die Verquickung von Politik und Wirtschaft bei den Mitgliedern der Familie, die sich selbst für alles andere mehr interessieren als ihr eigentliches Unternehmen. Stattdessen wollen sie als Senatoren in der Politik mitmischen, was an gewisse Parallelen zu Hightech-Giganten wie Elon Musk denken lässt.
In Lübeck wurde das Buch seinerzeit als Schlüsselroman gelesen, es kursierten sogar zwei sogenannte Entschlüsselungslisten. Kein Wunder, dass viele Personen, die sich porträtiert sahen, entrüstet waren. Für den Literaturwissenschaftler Christian Begemann und den Hochschul-Dozenten Christian Gohlke Anlass genug, am 25. April um 19 Uhr im Salon Luitpold unter dem Titel 125 Jahre „Buddenbrooks“ noch einmal über diesen Roman zu sprechen, den Thomas Mann zu großen Teilen in München verfasste.
Wer nachhaltiges Wirtschaften im Großen fordert und ökologische Ziele verfolgt, wird schnell als Fantast abgetan. Dabei ist ein Leben im Einklang mit der Natur und entsprechend der sozialen Bedürfnisse durchaus möglich, meint der Volkswirt, Wirtschaftsjournalist und Autor Caspar Dohmen. Aber warum werden die Wünsche etwa nach bezahlbaren und gesunden Lebensumständen, guter Verkehrsanbindung und ressourcenschonender Produktion nur selten erfüllt? In seinem Vortrag Grün geht nur gerecht. Wer entscheidet über die nötige Transformation – und wie? am 21. April in der Evangelischen Stadtakademie geht er der Frage nach, welche Ansätze eine soziale wie ökologische Wende möglich machen könnten. Beginn ist um 19 Uhr in der Herzog-Wilhelm-Straße 24 (kostenfrei).
Um Apartheid und Fotografie: Windhoek in Namibia geht es in einem Podiumsgespräch am 28. April um 18 Uhr im Vortragssaal des Museums Fünf Kontinente. Der Münchner Fotograf Dieter Hinrichs dokumentierte 1959/60 Alltag und koloniale Zwangsumsiedlung in Windhoek. Seine Bilder wurden 2025 neu veröffentlicht. Im Gespräch mit Hinrichs diskutieren der deutsch-namibische Politologe Professor Henning Melber und die namibische Künstlerin Hildegard Titus die Befreiungsgeschichte der ehemals deutschen Kolonie. Das Podiumsgespräch findet auf Deutsch und Englisch statt. Der Eintritt ist frei.
Volle Strände, überlastete Altstädte, schmelzende Gletscher: Übertourismus und Klimawandel sind längst keine abstrakten Zukunftsszenarien mehr – sie prägen bereits heute unsere Lebens- und Reisewirklichkeit. Um Übertourismus – Auswirkungen des Klimawandels geht es denn auch am 20. April um 18 Uhr im Haus der Architektur in der Waisenhausstraße 4. Es diskutieren Biohotelier Andreas Eggensberger, die Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb sowie der Tourismus- und Klimafolgenforscher Jürgen Schmude.

