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Vor fünf Jahren starb Mosi:Paradiesvogel und Modezar

So schillernd Rudolph Moshammer zu Lebzeiten war, so tragisch war sein Tod vor fünf Jahren. Erinnerungen an einen Modezar.

Beate Wild

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So schillernd Rudolph Moshammer zu Lebzeiten, so tragisch war sein Tod vor fünf Jahren. Heute ist der Modezar in München so gut wie vergessen.

Fragt man einen Münchner, wo er war und was er gerade gemacht hat, als er vom Tod von Rudolph Moshammer erfahren hat, wird man ziemlich sicher eine genaue Antwort bekommen. Denn "Mosi", wie die Münchner ihren schneidernden Paradiesvogel nannten, war nicht nur bekannt, er war auch beliebt. Vor genau fünf Jahren, am 14. Januar 2005, stirbt Rudolph Moshammer - vielmehr er wird brutal ermordert.

Text: Beate Wild Foto: dpa

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Gefunden wird Moshammer am Tag nach seiner Ermordung von seinem Chaffeur. Daisy, Moshammers Hündchen, das immer dabei und genauso bekannt ist wie Mosi selbst, ist die einzige Zeugin der Tat.

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Moshammers Tod löst bei vielen Münchnern große Betroffenheit aus. Sein Wohnhaus und Geschäft sind tagelang von Menschen belagert, die Blumen niederlegen und Kerzen anzünden.

Seine Beerdigung gleicht einem Staatsbegräbnis. Nach einer Trauerfeier in der Allerheiligen-Hofkirche passiert der Trauerzug auf dem Weg zum Ostfriedhof auch Mosis Boutique in der Maximilianstraße (im Bild, mit geschmückten Markisen). Der Fernsehsender Sat.1 überträgt exklusiv.

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Vor den Fotografen posierend, stets mit seinem Hündchen Daisy im Arm, so kennt man Moshammer in München. Er lässt keinen roten Teppich aus, fast keine Promi-Party findet ohne ihn statt.

Moshammer ist ein Meister der Selbstvermarktung. Er kreiert Dutzende von Mosi-Merchandising-Produkten, darunter zahlreiche Bücher, die Titel wie "Mama und ich", oder "Ich, Daisy, Bekenntnisse einer Hundedame" tragen. Sogar ein "Daisy-Fellglanzspray für Hunde" befindet sich im Sortiment.

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Auf Müncherisch würde man Mosi auch als "Hansdampf in allen Gassen" bezeichnen. Zeit seines Lebens versucht er so einiges, um sich ins Rampenlicht zu rücken.

Beispielsweise nimmt er gleich zweimal an der deutschen Vorausscheidung zum Grand Prix d'Eurovision de la Chanson teil. Er spielt dafür zwei Singles mit der Gruppe "Münchner Zwietracht" ein: "Moos Hamma" (2000) und "Teilt Freud und Leid" (2001). Über die Vorrunde kommt die Combo jedoch nie hinaus.

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Bei der Zirkus-Gala "Stars in der Manege" im Münchner Cirkus Krone versucht sich der Modeschöpfer als Pferde-Dompteur und zeigt die Nummer "Pferdefreiheit". Sehr gerne kleidet sich Mosi dabei im Stil von König Ludwig.

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Selbst wenn er ins Krankenhaus muss, ist Daisy dabei. Hier wird Moshammer gerade von einem Chauffeur zu seinem Rolls-Royce vor dem Harlachinger Krankenhaus geschoben. 1998 verletzte sich Moshammer bei einem Autounfall in Österreich.

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Bezeichnet wird Moshammer in der Presse stets als Modezar. In den Siebzigern entwirft er sogar Kaftans, wie hier auf einem Modefoto von 1971 zu sehen ist. Später beschränkt er sich auf Maßanzüge und Krawatten.

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Moshammers Mutter Else stirbt 1993. Bis zu diesem Zeitpunkt ist sie seine ständige Begleitung. Erst danach kommt Daisy. Bekannt ist Else Moshammer wegen ihrer lilafarbenen Haare.

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Mosi ist nicht nur in der Münchner Schickeria zuhause, er hat auch ein großes Herz. Er unterstützt Obdachlose und deren Zeitung Biss, die er zu manchen Gelegenheiten - wie hier bei einem Biergartenbesuch in der Waldwirtschaft Großhesselohe - gerne auch mal selbst verkauft. Er vermacht der Obachlosenzeitschrift 460.000 Euro.

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Kurz nach seinem Ableben ist der Hype um Mosi riesig. Sogar ein Plastiklöwe in der Münchner Fußgängerzone wird mit seinen Zügen gestaltet. Man beachte Daisy, die hier als Plüschhund in einem Glaskästchen auf seinem Rücken sitzt.

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Fünf Jahre nach seinem Tod ist es ruhig geworden um Rudolph Moshammer. Vor seinem Mausoleum im Ostfriedhof stehen nur noch selten Leute. Doch an Jahrestagen wie diesem erinnert man sich gerne zurück an den bunten Vogel aus München, der sich als extravaganter Modezar feiern ließ, und wohl ein einsamer Mensch gewesen ist. Moshammer wurde 65 Jahre alt.

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(sueddeutsche.de/Beate Wild/sonn)

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