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Vom kommenden Jahr an:Stadt fördert auch E-Bikes

Das Rathaus will Firmen, die Pedelecs kaufen, mindestens 500 Euro Zuschuss zahlen

Von Marco Völklein

Die Stadt München will vom kommenden Jahr an nun doch den Kauf von Elektrofahrrädern, sogenannten Pedelecs, fördern. "Beim Verkauf von Pedelecs ist ein regelrechter Boom festzustellen", sagt Umweltreferentin Stephanie Jacobs. Sie hofft, dass in Zukunft nicht nur Privatleute, sondern auch Firmen die Vorteile der E-Bikes erkennen und "im Kurierdienstwesen, im Werksverkehr sowie im Dienstleistungsverkehr" verstärkt darauf setzen. Bisher hatte die Stadt geplant, nur Lastenfahrräder mit E-Antrieb, E-Roller und Elektroautos zu fördern. Der Umweltausschuss des Stadtrats wird sich in seiner Sitzung an diesem Dienstag damit befassen.

Die Förderung für all diese Fahrzeuge richtet sich aber nicht an Privatleute. Vielmehr können von April 2016 an nur Gewerbetreibende und Unternehmen sowie Freiberufler und gemeinnützige Organisationen das Geld beantragen. Als Grundförderung sind Einmalbeträge in Höhe von 4000 Euro pro E-Auto vorgesehen; bei zwei- oder dreirädrigen E-Fahrzeugen (also auch Pedelecs) übernimmt die Stadt ein Viertel der Anschaffungskosten. Allerdings ist diese Summe gedeckelt auf 500 beziehungsweise 1000 Euro. Zusätzlich gibt es 500 Euro, wenn Öko-Strom getankt wird. Weitere 1000 Euro erhält, wer im Gegenzug ein Auto mit Verbrennungsmotor abschafft. Antragsberechtigt ist nur, wer seinen Unternehmenssitz oder eine Firmenniederlassung in München hat.

Flott vorankommen und dennoch lächeln? Wer beides kann, ist entweder top in Form oder fährt mit elektrischer Unterstützung.

Bislang nutzen vor allem Freizeitradler Fahrräder mit Elektro-Unterstützung. Die Stadt hofft, dass künftig auch Firmen aufsteigen.

(Foto: Yorick Carroux)

Insgesamt hat der Stadtrat für das Förderprogramm in den kommenden zwei Jahren 30 Millionen Euro bereitgestellt, davon fließen 22 Millionen in die Kaufprämien. Der Rest ist unter anderem für zwei Elektrobusse vorgesehen, die die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) beschafft, oder zum Aufbau von öffentlichen Ladesäulen. Das Programm wird von fast allen Parteien im Stadtrat mitgetragen; die Politiker hoffen, so die Belastung durch Dreck und Lärm in den Straßen zu senken. Aktuell sind gerade einmal 1200 E-Autos in München zugelassen. Die FDP wie auch die Stadtkämmerei indes kritisieren, Kaufprämien seien nicht Aufgabe von Kommunen, sondern des Bundes.

Umweltreferentin Jacobs will verhindern, dass Käufer die Förderung kassieren und das Fahrzeug dann weiterverkaufen - in Frankreich wurde dies gemacht. Deshalb bekommt die volle Förderung nur derjenige, der das Fahrzeug mindestens zwei Jahre lang hält. Bei einem vorzeitigen Verkauf muss er das Geld anteilig der Stadt zurückerstatten.

© SZ vom 01.12.2015
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