Verfall der Villa Max:Auf dem Weg zur Ruine

Trotz Denkmalschutz lassen die Eigentümer die Villa des Malers Max von Gabriel zunehmend verfallen.

Von Katja Sebald, Ammerland

Wie die Villa Max heute aussieht, davon kann man sich bei einem Spaziergang auf der südlichen Seestraße in Ammerland selbst ein Bild machen: Das Gebäude steht seit Jahren leer und verfällt zusehends. Mittlerweile befindet sich das Haus, in dem Kulturgeschichte geschrieben wurde, in einem mehr als traurigen Zustand. Auf dem Dach wächst Moos, an der Fassade blättert die Farbe ab. Die Balkongeländer im ersten und zweiten Stock fehlen, eine Stütze ist zerbrochen. Die Veranda wirkt einsturzgefährdet, ein Rollladen hängt schief. Schon lange ist die Bronzetafel an der Fassade verschwunden, die an den berühmten Bewohner erinnerte.

Die Villa Max wurde 1978 unter Denkmalschutz gestellt. Bis in die 1990er Jahre wohnten die Nachfahren von Gabriel von Max in dem Haus. Die jetzigen Eigentümer erwarben 1993 zwei Eigentumswohnungen im ersten und zweiten Stock, 1996 übernahmen sie das ganze Anwesen. Bald nach dem Kauf stellten sie einen Abrissantrag. Die Villa Max war und ist seither Gegenstand zahlreicher gerichtlicher Auseinandersetzungen. Die Eigentümerseite hat stets die Position vertreten, das Gebäude sei schon beim Kauf in schlechtem Zustand gewesen. Längst hat es das Haus zu mehr Berühmtheit gebracht als sein einstiger Besitzer.

Auch von der in der Denkmalliste eigens aufgeführten historischen Innenausstattung fehlen mittlerweile wichtige Teile. Nachbarn haben schon vor Jahren beobachtet, wie die Holzdecke aus dem Speisezimmer herausgebrochen und auf einem Anhänger weggefahren wurde. Auch die herrlichen Kachelöfen sollen nicht mehr vorhanden sein. Wegen des unerlaubten Entfernens von Gegenständen wurde ein Bußgeld verhängt. Das Bayerische Denkmalschutzgesetz verpflichtet die Eigentümer von Baudenkmälern, diese "instandzuhalten, instandzusetzen, sachgemäß zu behandeln und vor Gefährdung zu schützen" - im Fall der Villa Max scheint es jedoch ein stumpfes Schwert zu sein.

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