Verschwörungsideologe:Bewährungsstrafe für Münchner Online-Hetzer

Verschwörungsideologe: Ein führender QAnon-Propagandist hat wegen Mordaufrufen im Internet eine Bewährungsstrafe erhalten.

Ein führender QAnon-Propagandist hat wegen Mordaufrufen im Internet eine Bewährungsstrafe erhalten.

(Foto: HÖÖK PONTUS/Aftonbladet via www.imago-images.de/TT)

Die Generalstaatsanwaltschaft bestätigt: Der Strafbefehl gegen den inzwischen auf den Philippinen lebenden QAnon-Propagandisten Oliver Janich ist rechtskräftig.

Von Martin Bernstein

Der aus München stammende Verschwörungsideologe Oliver Janich hat per Strafbefehl eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten wegen Volksverhetzung, öffentlicher Aufforderung zu Straftaten, Belohnung und Billigung von Straftaten, Beleidigung und übler Nachrede bekommen. Das hat die Münchner Generalstaatsanwaltschaft bestätigt. Den von der Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus beantragten Strafbefehl habe das Amtsgericht München erlassen, er sei inzwischen rechtskräftig.

Die Freiheitsstrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt, im Rahmen der Bewährungsauflagen muss Janich "eine nicht unerhebliche Geldauflage" entrichten.

Ein bis dahin bestehender Haftbefehl gegen den mittlerweile auf den Philippinen lebenden Janich wurde aufgehoben. Dort saß der Münchner seit August in Haft, aus der er am Freitag freikam. Der Szene-Rechtsanwalt Markus Haintz kündigte auf Telegram an, Janich in Deutschland "rehabilitieren" zu wollen. In den Münchner Netzwerken der verschwörungsideologischen Szene wurde die Freilassung des 54-Jährigen mit Begeisterung aufgenommen.

Janich hatte sich im Internet dafür ausgesprochen, deutsche Regierungsmitglieder und den jüdischen Mäzen George Soros umzubringen, und den russischen Überfall auf die Ukraine als Teil einer angeblichen jüdischen Weltverschwörung interpretiert.

Bis zu seiner Festnahme galt er als reichweitenstärkster deutschsprachiger Propagandist des verschwörungsideologischen, in Teilen antisemitischen QAnon-Kults. Der gebürtige Münchner Janich war bei der Kommunalwahl 2014 mit dem Versuch gescheitert, als OB-Kandidat einer "Partei der Vernunft" anzutreten.

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