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Verkehrsunfall:Autofahrer tötet Frau vor Münchner Oper

Auto fährt vor Münchner Oper Passanten um

Polizisten stehen vor der Bayerischen Staatsoper vor dem Auto (rechts), das zuvor bei einem Unfall auf den Gehweg geschleudert war und zwei Passanten umgefahren hatte.

(Foto: dpa)
  • Vor der Bayerischen Staatsoper rast ein Auto in Passanten.
  • Eine Fußgängerin wird getötet, mehrere weitere Personen werden schwer verletzt.
  • Zuvor ist das Auto mit einem anderen Wagen zusammengestoßen und durch die Wucht des Aufpralls auf den Gehweg geschleudert.

Vor der Bayerischen Staatsoper ist am Montagnachmittag ein Auto in eine Menschenmenge gerast. Eine Fußgängerin wurde überrollt und getötet, mehrere weitere Personen wurden schwer verletzt. Der Unfallverursacher ist ein 23 Jahre alter Mann aus dem Raum Rosenheim, der gegen 15.30 Uhr vom Nationaltheater kommend stadtauswärts die Maximilianstraße entlangfuhr. Laut ersten Zeugenberichten gab der junge Mann in seinem getunten Audi RS4 stark Gas und verlor dann die Kontrolle über seinen Wagen.

"Ich habe die Bremsen quietschen gehört, dann gab es einen riesigen Knall und Teile flogen durch die Gegend", berichtete ein Kellner eines angrenzenden Restaurants. Laut Polizeiangaben krachte der silbergraue Audi in das Heck des Autos eines 19-jährigen Münchners. Von der Wucht des Aufpralls schleuderte der RS4 dann auf den Gehweg vor dem Palais an der Oper und erfasste dort zwei Passanten, darunter einen 65-Jährigen. Eine etwa 50 Jahre alte Fußgängerin wurde von dem Wagen überrollt. Zeugen berichten, dass Passanten den Wagen hochgestemmt und die Frau befreit hätten. Ärzte konnten sie zunächst wiederbeleben - doch am späten Nachmittag erlag sie ihren Verletzungen dann in einem Krankenhaus.

Auch der Audi-Fahrer wurde schwer verletzt

Auch der Audi-Fahrer wurde schwer verletzt in eine Klinik gebracht. Der Fahrer des anderen Wagens sowie dessen Beifahrer wurden hingegen nur leicht verletzt. Die Polizei sperrte die Straße stundenlang mit Flatterbändern weiträumig ab, Dutzende Schaulustige drängten sich hinter den Absperrungen zusammen. Der Verkäufer eines Zigarrengeschäfts berichtet, wie ihm "kreidebleiche Menschen" entgegenkamen, als er sein Geschäft nach dem lauten Knall des Aufpralls verließ. "Es war so laut, dass ich dachte, ein Baukran wäre umgefallen."

Am Unfallort bot sich ein schrecklicher Anblick: Schuhe, Decken, Getränkedosen, Glasscherben und zerfetzte Autoteile lagen verstreut auf der Maximilianstraße. Der zerstörte Kühlergrill des silbergrauen Audis lag auf dem Asphalt, die Warnblinker des Wagens leuchteten noch. Das Auto war erst kurz vor der Mauer zum Palais an der Oper zum Stehen gekommen.

Rettungshubschrauber landete vor Nationaltheater

Anrufer bei Polizei und Feuerwehr hatten in ersten Meldungen offenbar angegeben, dass es sich um wesentlich mehr Verletzte gehandelt habe. Die Berufsfeuerwehr schickte daraufhin 50 Einsatzkräften zum Unfallort und hatte sogar kurzfristig eine Einsatzzentrale eingerichtet. Auch ein Rettungshubschrauber landete vor dem Nationaltheater. Er wurde allerdings nicht benötigt. Zahlreiche Schaulustige verfolgten den Start des Hubschraubers vor der Oper.

Anmerkung der Redaktion: Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass offenbar eine Erkrankung des Autofahrers zu dem Unfall führte. Entgegen erster Meldungen bezeichnen wir den Mann daher nicht mehr als "Raser". Neuere Erkenntnisse lesen Sie hier.

© SZ/tau
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