Verkehrsprobleme:So populär, dass es prekär wird

Freizeitdruck macht Thalkirchnern zu schaffen, wie 40 E-Mails zeigen

Von Jürgen Wolfram, Thalkirchen

Der Stadtteil Thalkirchen leidet schwer an seiner Beliebtheit, zumindest was den Verkehr betrifft. Die Gestade der Isar mit ihren Kiesbänken, das Maria-Einsiedel-Bad, die Floßlände, der nahe Tierpark Hellabrunn locken mehr und mehr Menschen an. Reihenweise beschweren sich Anwohner über die Folgen: den Verhau illegal parkender Autos an allen Ecken und Enden, die Raserei eiliger Fahrer, ungeeignete Halteverbotsregelungen. Mehr als 40 E-Mails zornigen Inhalts haben wegen der sehr oft beklagten aber immer noch anhaltenden Misere in jüngster Zeit den Bezirksausschuss (BA) Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln erreicht.

Der Vorsitzende des BA-Unterausschusses Mobilität, Reinhold Wirthl (CSU), wies zwar darauf hin, dass sich nicht alle Beschwerden unbedingt mit polizeilichen Beobachtungen deckten. Eine prekäre Verkehrsentwicklung in Thalkirchen stellte er aber nicht in Abrede. Der BA-Vorsitzende Ludwig Weidinger (CSU) äußerte die Befürchtung, in der schwierigen Gemengelage werde es "Ad-hoc-Lösungen" nicht geben können. Man leite die gesammelten Unmutsäußerungen erst einmal an die zuständigen städtischen Behörden weiter. Beschlossen wurde lediglich eine zwei Meter breite Gehwegnase an der Maria-Einsiedel-Straße. Diese soll das sicher Queren der Fahrbahn erleichtern. Einbahnregelungen wurden als kontraproduktiv verworfen.

Ob in der Badstraße, der Emil-Geis-Straße, der Geitauer Straße oder der Maria-Einsiedel-Straße - es hat sich nicht nur Verkehr, sondern auch eine Menge Ärger angestaut im Stadtteil Thalkirchen. Eine Anwohnerin konfrontierte den BA damit bei seiner jüngsten Sitzung. Sie monierte ein unstimmiges Parkraummanagement im Viertel, Verkehrslärm und den Umstand, dass die Tempo-30-Zone in der Maria-Einsiedel-Straße von etlichen Autofahrern missachtet werde. Zudem gebe es häufig bei Gegenverkehr "kein Durchkommen" mehr. BA-Chef Weidinger sicherte den Thalkirchnern zu, ihre Sorgen im Auge zu behalten.

© SZ vom 23.11.2020
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